VVPN – Verband der Vertragspsychotherapeuten Nordbaden

Mitglied im BVVP Baden-Württemberg und BVVP Bundesverband

Finanzierung

Fi­nan­zie­rungs­mög­lich­kei­ten für die Aus­bil­dung in Psy­cho­the­ra­pie

Wer den Wunsch ver­folgt, sich nach dem Stu­di­um wei­ter­zu­ent­wi­ckeln, hat die Mög­lich­keit ei­ne Aus­bil­dung zur/m Psy­cho­the­ra­peu­tIn mit dem Ziel der Ap­pro­ba­ti­on bei di­ver­sen staat­lich an­er­kann­ten Aus­bil­dungs-In­sti­tu­ten zu ab­sol­vie­ren. Die Aus­bil­dung wird je nach In­sti­tut/Hoch­schu­le und The­ra­pie­rich­tung in Voll­zeit oder Teil­zeit an­ge­bo­ten.

In der Re­gel sind mit die­ser Aus­bil­dung ho­he Kos­ten ver­bun­den, die ei­ne große Her­aus­for­de­rung für den/die Aus­zu­bil­den­de(n) dar­stel­len kön­nen.

Nach­fol­gend möch­ten wir auf die ver­schie­de­nen Fi­nan­zie­rungs­mög­lich­kei­ten auf­merk­sam ma­chen, wel­che dem/der Aus­zu­bil­den­den zur Ver­fü­gung ste­hen kön­nen:

Be­rufs­aus­bil­dungs­för­de­rungs­ge­setz (BAföG)

Da es sich bei der psy­cho­the­ra­peu­ti­schen Aus­bil­dung um ein Auf­bau­stu­di­um nach § 7 Abs. 2 Nr. 2 BAföG han­delt, hat der Aus­zu­bil­den­de die Mög­lich­keit, BAföG-Leis­tun­gen beim zu­stän­di­gen Amt für Aus­bil­dungs­för­de­rung zu be­an­tra­gen. Für die Ge­wäh­rung müs­sen je­doch ver­schie­de­ne Vor­aus­set­zun­gen er­füllt sein.

För­de­rungs­fä­hig ist die drei­jäh­ri­ge Voll­zeit­aus­bil­dung, da die­se die Ar­beits­kraft des Aus­zu­bil­den­den im All­ge­mei­nen voll in An­spruch nimmt. Des Wei­te­ren darf der Aus­zu­bil­den­de bei Be­ginn der Aus­bil­dung das 30. Le­bens­jahr noch nicht vollen­det ha­ben. Dies­be­züg­lich gibt es auch Aus­nah­me­re­ge­lun­gen, wel­che durch einen An­trag beim zu­stän­di­gen Amt für Aus­bil­dungs­för­de­rung über­prüft wer­den kön­nen (Bsp. Aus­bil­dungs­ver­zö­ge­rung durch Er­zie­hung von Kin­dern). Ne­ben dem Be­sitz der deut­schen Staats­an­ge­hö­rig­keit muss der Aus­zu­bil­den­de auch als ge­eig­net für die psy­cho­the­ra­peu­ti­sche Aus­bil­dung gel­ten.

Die För­de­rung der Voll­zeit-Psy­cho­the­ra­pie­aus­bil­dung er­folgt durch ein Bank­dar­le­hen. Die­ses ist be­son­ders zins­güns­tig (we­gen der Aus­fall­haf­tung des Bun­des). Der ge­naue Zins­satz kann eben­falls beim zu­stän­di­gen Amt für Aus­bil­dungs­för­de­rung er­fragt wer­den.

Die Hö­he des Bank­dar­le­hens kann je­doch sei­tens des Am­tes be­grenzt wer­den, da die För­de­rung als Re­gel­för­de­rung be­han­delt wird. Das Ein­kom­men des Aus­zu­bil­den­den wird an­ge­rech­net. Die För­de­rung ist au­ßer­dem el­tern­ab­hän­gig. El­ter­nu­n­ab­hän­gig ist die För­de­rung nur dann, wenn der Aus­zu­bil­den­de nach sei­nem Grund­stu­di­um drei Jah­re oder län­ger er­werbs­tä­tig war und un­ter  30 Jah­re alt ist bzw. die Aus­nah­me­vor­aus­set­zun­gen für ei­ne Al­ters­über­schrei­tung er­füllt sind.

Bil­dungs­kre­dit

Die Aus­bil­dung zum Py­cho­the­ra­peu­ten/Kin­der- und Ju­gend­li­chen­psy­cho­the­ra­peu­ten zählt i. d. R. als post­gra­dua­les Stu­di­um, so­weit die Aus­bil­dung an ei­ner Hoch­schu­le ab­sol­viert wird.

Der Bil­dungs­kre­dit kann in fol­gen­den Fäl­len ge­währt wer­den:

Wenn der Aus­zu­bil­den­de ...

  • ... zwi­schen 18 und 36 Jah­ren alt ist.
  • ... an ei­ner Hoch­schu­le bzw. ei­ner gleich­wer­ti­gen Aus­bil­dungs­stät­te im Aus­land stu­diert.
  • ... über ein be­reits ab­ge­schlos­se­nes Hoch­schul­stu­di­um ver­fügt.
  • ... als Voll­zeit­stu­dent(in) im­ma­tri­ku­liert ist.

Der Bil­dungs­kre­dit wird vom Bun­des­ver­wal­tungs­amt zu fol­gen­den Kon­di­tio­nen an­ge­bo­ten:

  • Kre­dit­vo­lu­men zwi­schen 1.000,00 € – 7.200,00 €.
  • Wahl­wei­se bis zu 24 Mo­nats­ra­ten
  • Die mo­nat­li­chen Ra­ten sind frei wähl­bar (ins­ge­samt be­grenzt auf 7.200,00 €)
  • Ein­ma­li­ge Ab­schlags­zah­lung von 3.600 € mög­lich

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen und der An­trag sind zu fin­den auf der Ho­me­pa­ge des Bun­des­ver­wal­tungs­am­tes.

Prak­ti­kan­ten­ver­gü­tung wäh­rend des Kli­ni­schen Jah­res

Der Aus­zu­bil­den­de muss im Lau­fe sei­ner Aus­bil­dungs­zeit 1.800h (1.200h im sta­tio­nären Kli­nik­be­reich und 600h in ei­ner am­bu­lan­ten Ein­rich­tung) Pra­xi­ser­fah­rung nach­wei­sen. Aus­ge­wähl­te Kli­ni­ken bie­ten ih­ren Pi­As ei­ne Prak­ti­kan­ten­ver­gü­tung an. Hier gilt es, sich vor­ab di­rekt bei den Kli­ni­ken zu er­kun­di­gen.

Grund­sätz­lich ist ei­ne Ver­gü­tung im sta­tio­nären und am­bu­lan­ten Be­reich je­doch nicht vor­ge­se­hen.

Ein­nah­men durch psy­cho­the­ra­peu­ti­sche Be­hand­lungs­stun­den im letz­ten Drit­tel der Aus­bil­dung

Hat der/die Aus­zu­bil­den­de sei­ne/ih­re Zwi­schen­prü­fung und die er­for­der­li­chen Pra­xis­stun­den ab­sol­viert, kann er/sie im letz­ten Drit­tel der psy­cho­the­ra­peu­ti­schen Aus­bil­dung be­reits ers­te Pa­ti­en­ten un­ter Su­per­vi­si­on the­ra­pie­ren. Der Aus­zu­bil­den­de er­hält in die­ser Zeit einen An­teil der Ein­nah­men, wel­che das In­sti­tut von den Kas­sen für die The­ra­pie­stun­den er­hält. Die Zah­lungs­mo­da­li­tä­ten un­ter­schei­den sich je nach In­sti­tut. Ein Teil der Aus­bil­dungs­kos­ten re­fi­nan­ziert sich so­mit.

Sti­pen­di­um

Es gibt di­ver­se Sti­pen­di­en, für wel­che sich der Aus­zu­bil­den­de be­wer­ben kann, um die Psy­cho­the­ra­pie-Aus­bil­dung zu fi­nan­zie­ren.