VVPN – Verband der Vertragspsychotherapeuten Nordbaden

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Ausbildung / PiA

bvvp-Pressemitteilung: Psychotherapeut in Ausbeutung!

Nach ei­nem Ge­richts­ur­teil in Köln hat ein Psy­cho­the­ra­peut in Aus­bil­dung (PiA) kei­nen An­spruch auf Ver­gü­tung!

"Psy­cho­the­ra­peut in Aus­beu­tung"€œ nen­nen die PiA sich in­zwi­schen. Und das, ob­wohl sie be­reits ein Di­plom oder Mas­ter in Psy­cho­lo­gie bzw. für die Aus­bil­dung zum Kin­der- und Ju­gend­li­chen­psy­cho­the­ra­peu­ten in Päd­ago­gik vor­wei­sen und die im Stu­di­um er­wor­be­nen Kennt­nis­se an­wen­den und ein­brin­gen.

ܜber 15 Jah­re nach dem Psy­cho­the­ra­peu­ten­ge­setz ist die ar­beits­recht­li­che Si­tua­ti­on von Aus­bil­dungs­kan­di­da­ten nach wie vor un­ge­re­gelt. Tau­sen­de von PiA ab­sol­vier­ten und ab­sol­vie­ren seit­her die ge­for­der­te Kli­nik­zeit oh­ne (an­ge­mes­se­ne) Ver­gü­tung, be­we­gen sich fi­nan­zi­ell an der Ar­muts­gren­ze und wer­den nicht sel­ten aus­ge­beu­tet.

Auch die Recht­spre­chung scheint hier nicht im­mer Ab­hil­fe schaf­fen zu wol­len. Ak­tu­el­les Bei­spiel: Die Kla­ge ei­nes Psy­cho­lo­gen, der in ei­ner Köl­ner Kli­nik die für die post­gra­dua­le Aus­bil­dung zum Psy­cho­lo­gi­schen Psy­cho­the­ra­peu­ten ge­for­der­ten 1.800 Stun­den Kli­nik­zeit ab­sol­viert hat­te und hier­zu ei­ne Ver­ein­ba­rung mit der Kli­nik ab­ge­schlos­sen hat­te, die ei­ne Ver­gü­tung aus­schloss. Der PiA hat­te da­ge­gen ge­klagt und be­grün­det, die­se Ver­ein­ba­rung sei un­wirk­sam, da er er­heb­li­che ei­gen­stän­di­ge und für die Kli­nik ver­wert­ba­re Leis­tun­gen er­bracht hat­te. Die Kla­ge wur­de ab­ge­wie­sen, wie nun das Deut­sche Ärz­te­blatt be­rich­tet hat­te.

Der 25. Deut­sche Psy­cho­the­ra­peuten­tag hat­te im No­vem­ber 2014 einen Be­schluss ge­fasst, der ei­ne Re­form des Psy­cho­the­ra­peu­ten­ge­set­zes un­ter­stützt. Nun liegt es am Ge­setz­ge­ber, hier die drin­gend not­wen­di­gen Re­for­men ein­zu­lei­ten. "Das muss end­lich ein En­de ha­ben€œ," so Mar­tin Krem­ser, Vor­sit­zen­der des Bun­des­ver­bands der Ver­trags­psy­cho­the­ra­peu­ten. "€žEs kann nicht sein, dass Ab­sol­ven­ten mit ei­ner so ho­hen Qua­li­fi­ka­ti­on sich an­hö­ren müs­sen, ih­re Ar­beit sei nichts wertœ."

Ob es tat­säch­lich die Ar­beit auf Prak­ti­k­an­ten­ni­veau ist, die kei­nen Cent Ver­gü­tung recht­fer­ti­gen, muss nun die 2. In­stanz über­prü­fen. Bleibt zu hof­fen, dass die Aus­bil­dungs­kan­di­da­ten, wie auch schon in an­de­ren Ur­tei­len ge­sche­hen, nach­wei­sen kön­nen und Recht be­kom­men be­züg­lich der Ver­wert­bar­keit ih­rer Leis­tun­gen  in der Kli­nik und sie end­lich an­ge­mes­sen ver­gü­tet wer­den.

Ber­lin, den 11.02.15    

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