VVPN – Verband der Vertragspsychotherapeuten Nordbaden

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Ausbildung / PiA

Hamburger Arbeitsgerichtsurteil für PiA

Ham­bur­ger Ar­beits­ge­richts­ur­teil  führt zum Ein­stel­lungs­stopp von PiA bei As­kle­pi­os

Zum ers­ten Mal ist es zwei PiA ge­lun­gen, vor Ge­richt ei­ne nach­träg­li­che Ver­gü­tung ih­rer prak­ti­schen Tä­tig­keit zu er­kämp­fen.

Ei­ne wich­ti­ge Rol­le hat da­bei bei dem Ham­bur­ger Ar­beits­ge­richts­ur­teil ge­spielt, dass die be­trof­fe­ne PiA ih­re Tä­tig­keit ex­akt do­ku­men­tiert hat.

Die Tä­tig­keit wur­de nicht als Prak­ti­kum, son­dern als Ar­beit ge­wer­tet, die ent­spre­chend ver­gü­tet wer­den muss. Im Ur­teil aus Hamm wur­de die feh­len­de Ver­gü­tung der prak­ti­schen Tä­tig­keit als sit­ten­wid­rig an­ge­se­hen.

Bei­de Ur­tei­le sind al­ler­dings noch nicht rechts­kräf­tig und es ist zu er­war­ten, dass die Ver­fah­ren in die nächs­te In­stanz ge­hen wer­den.

Auch wenn die Ur­tei­le po­li­tisch als Er­folg zu wer­ten sind, sind die Kon­se­quen­zen noch nicht ab­seh­bar. Ei­ne Kon­se­quenz in Ham­burg ist, dass al­le As­kle­pi­os Kli­ni­ken und auch das UKE nach dem Ham­bur­ger Ur­teil be­schlos­sen ha­ben, ab dem 01.03.2013 kei­ne PiA mehr für ein Prak­ti­kum auf­zu­neh­men, was die jun­gen Kol­le­gIn­nen in er­heb­li­che Be­dräng­nis bringt (sie sind zu­nächst in­for­miert wor­den, bis En­de März, An­fang April ab­zu­war­ten).

Ei­ne an­de­re Schwie­rig­keit liegt dar­in, dass die Fest­stel­lung, bei der prak­ti­schen Tä­tig­keit han­de­le es sich um ein Ar­beits­ver­hält­nis, für das ei­ne ta­rif­li­che Ver­gü­tung er­fol­gen muss, pro­ble­ma­tisch im Hin­blick auf die An­rech­nung die­ser Ar­beits­zeit als prak­ti­scher Teil der Psy­cho­the­ra­pie­aus­bil­dung sein kann. Nach § 6 Abs 2 Nr. 6 PsychThG ist Vor­aus­set­zung für die An­er­ken­nung ei­ner Aus­bil­dungs­stät­te, dass die Aus­bil­dungs­teil­neh­mer wäh­rend der prak­ti­schen Tä­tig­keit an­ge­lei­tet und be­auf­sich­tigt wer­den. Wenn ei­ne PiA wie ei­ne Ar­beit­neh­me­rin ei­gen­stän­dig tä­tig ist und so­gar Lei­tungs­auf­ga­ben über­nimmt (wie die Ham­bur­ger PiA do­ku­men­tiert hat­te) kann ei­ne An­er­ken­nung die­ser Tä­tig­keit als Teil der Aus­bil­dung ver­wei­gert wer­den.

Die Aus­bil­dungs­in­sti­tu­te schlie­ßen Ko­ope­ra­ti­ons­ver­trä­ge mit den Kli­ni­ken, um ge­nü­gend Aus­bil­dungs­plät­ze be­reit­zu­hal­ten.

Al­ler­dings feh­len „klein­tei­li­ge Re­ge­lun­gen“, die im Ein­zel­nen fest­le­gen, wo ei­ne PiA ein­ge­setzt wer­den darf und wo nicht – so Dr. Det­lef Schön­wäl­der, der in der Be­hör­de für Ge­sund­heit und Ver­brau­cher­schutz die Auf­sicht über „Aka­de­mi­sche Be­ru­fe im Ge­sund­heits­we­sen“ führt. Er hat für das Pro­blem mit den Kli­ni­ken zu­nächst auch „kei­ne Lö­sung“, rät den be­trof­fe­nen PiA aber, sich an ihr Aus­bil­dungs­in­sti­tut zu wen­den, die ver­pflich­tet sind, die Plät­ze für die prak­ti­sche Aus­bil­dung nach­zu­wei­sen und in der Re­gel auch über ge­nü­gend Ko­ope­ra­ti­ons­ver­trä­ge und Plät­ze ver­fü­gen.

Die schwie­ri­ge La­ge, in die die Ham­bur­ger PiA ge­kom­men sind, wird auch The­ma auf dem 3. PiA-Po­li­tik-Tref­fen am 18.03.2013 in Ber­lin sein, an dem auch das BVVP-Vor­stands­mit­glied Ari­ad­ne Sar­to­ri­us teil­nimmt, die sich im Ver­band für die In­ter­es­sen der PiA stark macht.

Quel­le: Rund­brief des BVVP-Ham­burg 71, März 2013

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