VVPN – Verband der Vertragspsychotherapeuten Nordbaden

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bvvp PM: Forderung von Zweier-Therapiegruppen in der Behandlung von Kindern und Jugendlichen

bvvp for­dert die so­for­ti­ge Wie­der­ein­füh­rung und die Mög­lich­keit zur Ab­rech­nung von Zwei­er-The­ra­pie­grup­pen für Kin­der und Ju­gend­li­che

Der Bun­des­ver­band der Ver­trags­psy­cho­the­ra­peu­ten (bvvp) for­dert, zu­sätz­lich zu den bis­her be­ste­hen­den Son­der­re­ge­lun­gen auf­grund der Co­ro­na-Pan­de­mie, die Wie­der­ein­füh­rung und die Mög­lich­keit zur Ab­rech­nung von Zwei­er-The­ra­pie­grup­pen für Kin­der und Ju­gend­li­che. Die­se wa­ren bis zum Jahr 2017 durch­führ­bar, weil be­son­ders Kin­der und Ju­gend­li­che ein an­de­res Set­ting, al­so klei­ne­re Grup­pen (2 - 4 Teil­neh­mer) als Er­wach­se­ne be­nö­ti­gen kön­nen und ei­ne Zu­sam­men­stel­lung von ge­eig­ne­ten The­ra­pie­grup­pen auf­grund un­ter­schied­li­cher Ent­wick­lungs­sta­di­en ei­ne grö­ße­re Rol­le spie­len als in der Er­wach­sen­en­the­ra­pie. „Der Web­feh­ler bei der Neu­ge­stal­tung des Psy­cho­the­ra­pie­richt­li­nie 2017 muss kor­ri­giert und zu­rück­ge­nom­men wer­den“, for­dert Ari­ad­ne Sar­to­ri­us vom bvvp.

Be­ne­dikt Wald­herr, Ers­ter Vor­sit­zen­der des bvvp, weist auf den po­li­ti­schen Wil­len des Ge­setz­ge­bers hin: „Die Grup­pen­psy­cho­the­ra­pie ist aus der be­darfs- und ver­sor­gungs­ge­rech­ten Ver­sor­gung auch von Kin­dern und Ju­gend­li­chen nicht weg­zu­den­ken und nicht oh­ne Grund ist der Ge­mein­sa­me Bun­des­aus­schuss im TSVG im letz­ten Jahr be­auf­tragt wor­den, bis En­de 2020 wei­te­re Maß­nah­men zur För­de­rung der Grup­pen­psy­cho­the­ra­pie fest­zu­le­gen. Die Be­din­gun­gen im KJP-Be­reich er­for­dern – ins­be­son­de­re in der Ver­hal­tens­the­ra­pie - pass­ge­naue Grup­pen­grö­ßen, um ein Ver­sor­gungs­an­ge­bot an­bie­ten zu kön­nen.“

Nun for­dert der bvvp, die vor 2017 be­ste­hen­den Mög­lich­keit der The­ra­pie mit Grup­pen­grö­ßen ab zwei Kin­dern wie­der­her­zu­stel­len. Die­se kleins­te Grup­pen­grö­ße ist in Zei­ten von Co­ro­na schnell er­reicht, wenn El­tern oder Kin­der Qua­ran­tä­ne-be­dingt fern­blei­ben müs­sen oder er­kran­ken. Der Ver­band be­tont, dass Kin­der und Ju­gend­li­che seit Mo­na­ten nur sehr ein­ge­schränkt in di­rek­tem Kon­takt mit an­de­ren Men­schen sind, vor al­lem mit Gleich­alt­ri­gen. Ge­ra­de der Um­gang mit die­sen sei je­doch in vul­ne­ra­blen Ent­wick­lungs­pha­sen und see­li­schen Kri­sen un­ab­ding­bar und spie­le für die psy­cho­so­zia­le Ent­wick­lung von Kin­dern und Ju­gend­li­chen ei­ne wich­ti­ge Rol­le.

Be­son­ders Grup­pen­psy­cho­the­ra­pi­en konn­ten seit Be­ginn der Co­ro­na-Pan­de­mie nicht oder nur sehr ein­ge­schränkt durch­ge­führt wer­den, zu­mal die­se - im Ge­gen­satz zur Ein­zelthe­ra­pie - auch nicht als Vi­deo­sprech­stun­de an­ge­bo­ten wer­den durf­ten. „Nun ist es not­wen­dig, den Kin­dern und Ju­gend­li­chen – un­ter Be­rück­sich­ti­gung der Ab­stands­re­geln – wie­der ein grup­pen­psy­cho­the­ra­peu­ti­sches An­ge­bot zu ma­chen. Un­ter­bro­che­ne The­ra­pie­pro­zes­se müs­sen drin­gend wie­der­auf­ge­nom­men wer­den“, so bvvp-Bun­des­vor­stands­mit­glied Ari­ad­ne Sar­to­ri­us. „Dies ge­stal­tet sich je­doch in vie­len Pra­xen pro­ble­ma­tisch, denn auf­grund der Ab­stands­re­geln und der ein­ge­schränk­ten Mo­bi­li­tät der jun­gen Pa­ti­en­tIn­nen kann es im­mer mal ge­sche­hen, dass ein Kind in ei­ner ge­plan­ten Drei­er-The­ra­pie­grup­pe fehlt. Das hat nach der ak­tu­ell gül­ti­gen Richt­li­nie zur Fol­ge, dass die Grup­pen­the­ra­pie nicht durch­ge­führt wer­den darf. Die bei­den an­de­ren Kin­der, die in sol­chen Fäl­len kom­men konn­ten, er­hal­ten auch kein The­ra­pie­an­ge­bot und müs­sen nach Hau­se ge­schickt wer­den. Oh­ne Ver­let­zung der Auf­sichts­pflicht dürf­ten sie auch nicht die Hälf­te der The­ra­pie­zeit im War­te­zim­mer ver­brin­gen, um sich so die Be­hand­lungs­zeit zu tei­len. Schwie­rig ist die ak­tu­ell gül­ti­ge Re­ge­lung auch, wenn die Räum­lich­kei­ten we­gen der Ab­stands­re­geln grund­sätz­lich kei­ne grö­ße­ren Grup­pen­stär­ken zu­las­sen“, so Ari­ad­ne Sar­to­ri­us.

Auf­grund der nun ge­lo­cker­ten Re­ge­lun­gen sei es Zeit und drin­gend not­wen­dig, nach Mo­na­ten der phy­si­schen Di­stan­zie­rung und teil­wei­se der so­zia­len Iso­la­ti­on Kin­dern und Ju­gend­li­chen wie­der The­ra­pie­grup­pen an­bie­ten zu kön­nen. Da­bei ist die Grup­pen­stär­ke der je­weils ak­tu­el­len Si­tua­ti­on im Sin­ne der klei­nen Pa­ti­en­tIn­nen fle­xi­bel an­zu­pas­sen. „Wir for­dern da­her, so rasch wie mög­lich Zwei­er-The­ra­pie­grup­pen, zu­min­dest für KJP, wie­der ein­zu­füh­ren“, so der bvvp-Vor­sit­zen­de, Be­ne­dikt Wald­herr.

Für den bvvp

Di­pl.-Psych. Be­ne­dikt Wald­herr

Vor­sit­zen­der des bvvp

Ari­ad­ne Sar­to­ri­us, KJP

Mit­glied des Bun­des­vor­stands

Ber­lin, 02.06.2020

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