VVPN – Verband der Vertragspsychotherapeuten Nordbaden

Mitglied im BVVP Baden-Württemberg und BVVP Bundesverband

Honorare

Die schlechte Bezahlung bleibt

So­li­da­ri­tät mit den Ärz­ten: Ent­schei­dung des Er­wei­ter­ten Be­wer­tungs­aus­schus­ses setzt die schlech­te Ein­kom­mens­si­tua­ti­on der Psy­cho­the­ra­peu­ten fort

Die Psy­cho­the­ra­pie­ho­no­ra­re sind seit Be­ginn des Jah­res 2009 so gut wie un­ver­än­dert. Die jetzt vom Er­wei­ter­ten Be­wer­tungs­aus­schuss ge­gen die Stim­men der Ärz­te und Psy­cho­the­ra­peu­ten be­schlos­se­ne An­he­bung des Ori­en­tie­rungs­wer­tes um le­dig­lich 0,9% be­deu­tet ei­ne An­he­bung des Um­sat­zes für ei­ne Sit­zung Psy­cho­the­ra­pie um nur 84 Cent in vier Jah­ren.

Auf­grund der rei­nen Stun­den­lohn­ver­gü­tung bei den Psy­cho­the­ra­peu­ten ist der Ori­en­tie­rungs­wert die ent­schei­den­de Stell­grö­ße zur Stei­ge­rung des Ein­kom­mens. Die Ar­beits­si­tua­ti­on von Psy­cho­the­ra­peu­ten un­ter­schei­det sich we­sent­lich von de­nen der so­ma­tisch tä­ti­gen Arzt­grup­pen: Psy­cho­the­ra­peu­ten kön­nen sich in Ab­we­sen­heits­zei­ten nicht ver­tre­ten las­sen, ih­re Leis­tun­gen sind nicht de­le­gier­bar und es gibt kei­ne tech­ni­schen Leis­tun­gen, die zu ei­ner Er­hö­hung des Ein­kom­mens je Zeit­ein­heit bei­tra­gen.

Ei­ne Psy­cho­the­ra­pie­sit­zung von 50 Mi­nu­ten dau­ert ein­fach 50 Mi­nu­ten. Der er­gan­ge­ne Schiedss­pruch trifft die Psy­cho­the­ra­peu­ten um­so här­ter, als nach den An­ga­ben der KBV das mo­nat­li­che Net­to­ein­kom­men ei­nes Psy­cho­the­ra­peu­ten bei fast glei­cher Ar­beits­zeit nur bei 2.658 Eu­ro und da­mit bei der Hälf­te der Net­to­ein­kom­men der an­de­ren Arzt­grup­pen liegt. Der Schiedss­pruch gleicht die In­fla­ti­on der letz­ten vier Jah­re in kei­ner Wei­se aus; die Fol­ge wird sein, dass die Psy­cho­the­ra­peu­ten an den Auf­wen­dun­gen für ih­re Pra­xen und an ih­rer per­sön­li­chen Vor­sor­ge spa­ren müs­sen.

Die un­ter­zeich­nen­den Psy­cho­the­ra­peu­ten­ver­bän­de stel­len fest, dass mit der ak­tu­el­len Ent­schei­dung die für einen aka­de­mi­schen Be­ruf mit jah­re­lan­ger Aus­bil­dung de­so­la­te Ein­kom­mens­si­tua­ti­on fort­ge­schrie­ben wird. Psy­chi­sche Krank­hei­ten neh­men zu und es gibt nicht ge­nug psy­cho­the­ra­peu­ti­sche Be­hand­lungs­plät­ze. Psy­cho­the­ra­pie wird zwar ge­braucht, aber be­zahlt wer­den soll sie of­fen­sicht­lich nicht. Das geht zu Las­ten un­se­rer Pa­ti­en­ten.

Die Ver­bän­de der Psy­cho­the­ra­peu­ten ste­hen so­li­da­risch zur Ent­schei­dung der Ärz­te im Be­wer­tungs­aus­schuss, vor ei­ner in­halt­li­chen Fort­set­zung der Ver­hand­lun­gen zu­nächst auf ei­ne Klä­rung des Um­gangs mit­ein­an­der zu drän­gen. Die Psy­cho­the­ra­peu­ten er­war­ten, dass bei die­sen Ge­sprä­chen auch über Lö­sun­gen nach­ge­dacht wird, die die be­son­de­re Ho­no­rar­si­tua­ti­on der Psy­cho­the­ra­peu­ten be­rück­sich­tigt. Die un­ter­zeich­nen­den Ver­bän­de ver­tre­ten 15.000 nie­der­ge­las­se­ne Psy­cho­the­ra­peu­ten.

Quel­le: bvvp, 06.09.12

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