VVPN – Verband der Vertragspsychotherapeuten Nordbaden

Mitglied im BVVP Baden-Württemberg und BVVP Bundesverband

Klageverfahren / Urteile

bvvp-Pressemitteilung: bvvp reicht Aufsichtsbeschwerde beim BMG ein

Psy­cho­the­ra­peu­ten for­dern ge­setz­li­chen Schutz im Ver­sor­gungs­stär­kungs­ge­setz. Die Ge­duld der Psy­cho­the­ra­peu­ten ist zu En­de

Seit 8 Mo­na­ten ist der vom Er­wei­ter­ten Be­wer­tungs­aus­schuss fest­ge­setz­te Ter­min zur Über­prü­fung der an­ge­mes­se­nen Ver­gü­tung an­trags­pflich­ti­ger psy­cho­the­ra­peu­ti­scher Leis­tun­gen ver­stri­chen. Nun hat der bvvp in Ab­spra­che mit der DPtV und der VAKJP als So­fort­maß­nah­me ei­ne Auf­sichts­be­schwer­de beim Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Ge­sund­heit ein­ge­reicht.

Die Kas­sen­ärzt­li­che Bun­des­ver­ei­ni­gung (KBV) muss im Be­wer­tungs­aus­schuss, dem für die Über­prü­fung zu­stän­di­gen Gre­mi­um aus Kran­ken­kas­sen und KBV, auch ih­re über 20.000 Ärzt­li­chen und Psy­cho­lo­gi­schen Psy­cho­the­ra­peu­ten und Kin­der- und Ju­gend­li­chen-Psy­cho­the­ra­peu­ten ver­tre­ten. Das hat sie ge­tan, in­dem sie den Er­wei­ter­ten Be­wer­tungs­aus­schuss an­rief, um die Um­set­zung der Bun­des­so­zi­al­ge­richts-Recht­spre­chung durch­zu­set­zen. Die Fol­ge war, dass der Vor­sit­zen­de des Er­wei­ter­ten Be­wer­tungs­aus­schus­ses, Pro­fes­sor Wa­sem, als Frist für die Über­prü­fung den 30.6.2014 durch­setz­te. Was ist aus die­ser Un­ter­stüt­zung ge­wor­den? Die Ver­bän­de ap­pel­lie­ren drin­gend an die KBV, sich nun ent­schie­den bei der Fest­le­gung der Psy­cho­the­ra­peu­ten­ver­gü­tung ein­zu­set­zen. Bis jetzt geht es nicht vor­an.

Und des­we­gen brau­chen die Psy­cho­the­ra­peu­ten Hil­fe von au­ßen! So wur­de ne­ben der Auf­sichts­be­schwer­de pünkt­lich vor der ers­ten Le­sung des Ver­sor­gungs­stär­kungs­ge­set­zes ge­for­dert, dem Be­wer­tungs­aus­schuss ei­ne jähr­li­che Über­prü­fung vor­zu­schrei­ben, die die nach­träg­li­che Be­rech­nung über­flüs­sig macht und zu ei­ner Fest­le­gung der an­ge­mes­se­nen Ver­gü­tung für das Fol­ge­jahr führt.

Der bvvp sieht in der Ver­schlep­pung einen fort­ge­setz­ten Bruch der seit dem ers­ten BSG-Ur­teil aus dem Jahr 1999 be­ste­hen­den recht­li­chen Ver­pflich­tung des Be­wer­tungs­aus­schus­ses zur re­gel­mä­ßi­gen Über­prü­fung. Der vom Bun­des­so­zi­al­ge­richt vor­ge­se­he­ne Ver­gleich mit den Ein­kom­mens­ver­hält­nis­sen ei­ner Ver­gleichs­arzt­grup­pe ist nur sinn­voll, wenn er re­gel­mä­ßig er­folgt. Die Min­dest­ver­gü­tung der psy­cho­the­ra­peu­ti­schen Leis­tun­gen erst nach vie­len Jah­ren zu be­rech­nen, führt zwangs­läu­fig zu In­ter­es­sens­kon­flik­ten, weil dann die sich er­ge­ben­den Sum­men so groß wer­den, dass ei­ne Um­set­zung durch die Selbst­ver­wal­tung stark er­schwert wird.

Seit Jah­ren wer­den die Psy­cho­the­ra­peu­ten da­zu ge­zwun­gen, Wi­der­sprü­che zur Wah­rung ih­rer Rechts­an­sprü­che ein­zu­le­gen bzw. so­gar Kla­ge zu er­he­ben. Ein Ak­ti­ons­tag im Sep­tem­ber 2014 mit ei­ner De­mons­tra­ti­on in Ber­lin ver­deut­lich­te, dass die Nie­der­ge­las­se­nen nicht mehr län­ger be­reit sind, die­se Mi­se­re hin­zu­neh­men. Denn es liegt na­he, dass die zö­ger­li­che Um­set­zung der BSG-Recht­spre­chung dar­auf ab­zielt, Geld zu spa­ren. „Vie­le Psy­cho­the­ra­peu­ten scheu­en das Kla­ge­ri­si­ko und die im­mer wie­der fäl­li­gen Wi­der­sprü­che und ver­zich­ten da­mit auf Ho­no­ra­ran­sprü­che“, so Ul­ri­ke Bö­ker, Vor­stands­mit­glied des bvvp.

Als Teil ih­rer Kam­pa­gne für Ho­no­rar­ge­rech­tig­keit ent­wi­ckel­ten die Psy­cho­the­ra­peu­ten einen „Nach­ver­gü­tungs­rech­ner“, der an­hand der öf­fent­lich zu­gäng­li­chen Da­ten und an­hand der BSG-Vor­ga­ben die recht­lich ge­bo­te­ne Nach­ver­gü­tung von 2010 bis 2014 si­mu­liert. Je­der Psy­cho­the­ra­peut kann da­mit fest­stel­len, wie­viel Geld ihm vor­ent­hal­ten wird. So wird ei­ne Mar­ke ge­setzt, de­ren Un­ter­bie­tung gut be­grün­det wer­den müss­te. Die Sum­me be­läuft sich bei ei­ner psy­cho­the­ra­peu­ti­schen Durch­schnitt­spra­xis auf ca. 5.000 € pro Jahr. Mit ei­ner sol­chen Nach­zah­lung wür­de rück­wir­kend le­dig­lich ein Min­dest­ho­no­rar er­reicht. Die For­de­rung der Psy­cho­the­ra­peu­ten für die Zu­kunft hin­ge­gen lau­tet: Bei glei­chem zeit­li­chen Ein­satz muss für Psy­cho­the­ra­peu­ten der Er­trag so­ma­tisch tä­ti­ger Ärz­te er­reicht wer­den!

Wenn nicht bald Rechts­si­cher­heit für die Psy­cho­the­ra­peu­ten her­ge­stellt wird, ist dies nach An­sicht des bvvp ei­ne schwe­re Be­las­tung für die In­te­gra­ti­on der Psy­cho­the­ra­pie und der Psy­cho­the­ra­peu­ten in die ärzt­li­che Selbst­ver­wal­tung.

 

Ber­lin, den 06.03.15

 

An­fra­gen und In­ter­view­wün­sche rich­ten Sie bit­te an:

Dr. Frank Ro­land Deis­ter

Fe­lix-Dahn-Str. 25, 60431 Frank­furt am Main,

Mail: f.r.deis­ter@t-on­li­ne.de

Tel.: 069-521617, Mo­bil: 0171-6519035

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