VVPN – Verband der Vertragspsychotherapeuten Nordbaden

Mitglied im BVVP Baden-Württemberg und BVVP Bundesverband

Klageverfahren / Urteile

Warten auf den ausstehenden Beschluss des Bewertungsausschusses

Seit über ei­nem Jahr war­ten die Psy­cho­the­ra­peu­ten auf einen Be­schluss des Be­wer­tungs­aus­schus­ses zur An­he­bung der Ver­gü­tung der ge­neh­mi­gungs­pflich­ti­gen Leis­tun­gen. Nach De­mons­tra­tio­nen in Ber­lin und Frank­furt, Ein­ga­ben beim Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Ge­sund­heit und zahl­rei­chen Ge­sprä­chen un­se­rer po­li­tisch Ak­ti­ven auf Bun­des­ebe­ne kommt nun end­lich et­was Be­we­gung in die An­ge­le­gen­heit. Er­freu­lich ist da­bei, dass wir von Sei­ten des KVBW-Vor­stands erst­mals deut­li­che Un­ter­stüt­zung für un­se­re be­rech­tig­ten For­de­run­gen er­hal­ten ha­ben.

Am 23. Ju­ni fand ein vor­läu­fig letz­ter Ter­min des Be­wer­tungs­aus­schus­ses der KBV statt, wo über die An­ge­mes­sen­heit der Ver­gü­tung un­se­rer ge­neh­mi­gungs­pflich­ti­gen Leis­tun­gen in 2012 ent­schie­den wer­den soll­te. Die Kran­ken­kas­sen als die ei­ne Sei­te die­ses Gre­mi­ums, in dem al­le Ent­schei­dun­gen auf Bun­des­ebe­ne rund ums Ho­no­rar ge­trof­fen wer­den, gin­gen mit der Ziel­set­zung in die Sit­zung, un­se­re Ver­gü­tung in 2012 nicht für an­ge­mes­sen, son­dern für viel zu hoch zu er­klä­ren.

Die KBV-Sei­te for­der­te in ih­rem Be­schluss ei­ne Stei­ge­rung für al­le Psy­cho­the­ra­peu­ten rück­wir­kend ab 2012 um rund 5,4 Pro­zent. Da­mit wä­re das Ho­no­rar für ei­ne The­ra­pie­stun­de im Jahr 2012 im Schnitt um4,35 Eu­ro auf et­wa 85,50 Eu­ro ge­stie­gen. Für das lau­fen­de Jahr hät­te dies ei­ne An­he­bung auf88,65 Eu­ro be­deu­tet. Der An­trag der KBV sah fer­ner vor, dass über­durch­schnitt­lich aus­ge­las­te­te Pra­xen einen Struk­tur­zu­schlag von bis zu 15.000 Eu­ro im Jahr er­hal­ten sol­len.

We­gen der di­ver­gie­ren­den Po­si­tio­nen zwi­schen der KBV und den Kran­ken­kas­sen hin­sicht­lich der An­ge­mes­sen­heit der Ver­gü­tung psy­cho­the­ra­peu­ti­scher Leis­tun­gen konn­te kei­ne Ei­ni­gung er­zielt wer­den. Da­her wur­de derEr­wei­ter­te Be­wer­tungs­aus­schuss an­ge­ru­fen - und das ist gut so! Hier hat  der Schieds­mann, Herr Prof. Wa­sem, den Vor­sitz, als „Züng­lein an der Waa­ge“.

Zwar sind wir der Mei­nung, dass der von der KBV an­ge­dach­te Zu­schlag nicht mit der BSG-Recht­spre­chung kon­form geht, denn der Zu­schlag er­rech­net sich, wenn man in der Be­rech­nungs­for­mel für un­se­re Min­dest­ver­gü­tung - kon­form mit der BSG-Recht­spre­chung - für die op­ti­mal aus­ge­las­te­te psy­cho­the­ra­peu­ti­sche Mo­dell­pra­xis die Kos­ten für ei­ne halb­tags an­ge­stell­te Hilfs­kraft be­rück­sich­tigt. Mit an­de­ren Wor­ten: Der Zu­schlag steht al­len zu, un­ab­hän­gig vom Aus­las­tungs­grad der Pra­xis!

Nach an­fäng­li­chen Hor­ror-Sze­na­ri­en, bei de­nen sich bei­de Sei­ten auf ei­ne mi­ni­ma­le Er­hö­hung von et­wa 1% ei­ni­gen woll­ten, ist es er­freu­lich, dass die KBV sich über­haupt so weit be­wegt hat. Die­ser Er­folg ist maß­geb­lich den un­er­läss­li­chen Be­mü­hun­gen von Jür­gen Do­ebert und Die­ter Best zu ver­dan­ken. Nun wird Prof. Wa­sem sich der Sa­che an­neh­men. Im Au­gust will er dem Be­wer­tungs­aus­schuss einen Vor­schlag un­ter­brei­ten.

Trotz die­ser sich nun ab­zeich­nen­den po­si­ti­ven Ent­wick­lung im Be­wer­tungs­aus­schuss: Noch ist kei­nes­wegs si­cher, ob im Er­wei­ter­ten Be­wer­tungs­aus­schuss ei­ne ge­richts­fes­te Ent­schei­dung fällt (die noch ein­mal über den oben er­wähn­ten 5,4% Er­hö­hung lie­gen müss­te). Und nach wie vor wer­den wir da­mit bes­ten­falls die uns zu­ste­hen­de Min­dest­ver­gü­tung er­hal­ten. Noch im­mer wird ei­ne ma­xi­mal aus­ge­las­te­te psy­cho­the­ra­peu­ti­sche Pra­xis mit ei­ner durch­schnitt­lich aus­ge­las­te­ten so­ma­ti­schen Fach­arzt­pra­xis ver­gli­chen, um die­se Min­dest­ver­gü­tung, die sich eu­phe­mis­tisch „an­ge­mes­se­ne Ver­gü­tung“ nennt, zu be­rech­nen. Ho­no­rar­ge­rech­tig­keit sieht an­ders aus! Bei glei­cher Wo­chen­ar­beits­zeit müs­sen wir die Mög­lich­keit ha­ben, den glei­chen Pra­xis­über­schuss er­zie­len zu kön­nen wie die an­de­ren Arzt­grup­pen. Dies ist aber wei­ter­hin nicht der Fall.

Der bvvp-BW und derbvvp-Bun­des­ver­band kämp­fen so­wohl auf po­li­ti­scher als auch ju­ris­ti­scher Ebe­ne für die Um­set­zung die­ser be­rech­tig­ten For­de­run­gen. Des­halb soll­ten Sie un­be­dingt wei­ter­hin Wi­der­sprü­che ein­le­gen. Denn bei Ver­zicht auf den Wi­der­spruch ver­zich­ten Sie auf Nach­zah­lun­gen im Fal­le von er­folg­rei­chen Kla­gen, aber auch im Fal­le ei­nes Be­schlus­ses des Be­wer­tungs­aus­schus­ses zu un­se­ren Guns­ten – d.h. Sie ver­schen­ken einen Ih­nen si­che­ren Teil der Ver­gü­tung. 

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