VVPN – Verband der Vertragspsychotherapeuten Nordbaden

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bvvp PM: Digitale Versorgung Gesetz - bvvp befürchtet Aushöhlung des Gesundheitsdatenschutzes

Ber­lin, 05. No­vem­ber 2019 Am 08.11. 2019 wird der Deut­sche Bun­des­tag in 2. und 3. Le­sung das „Ge­setz für ei­ne bes­se­re Ver­sor­gung durch Di­gi­ta­li­sie­rung und In­no­va­ti­on“ (Di­gi­ta­le-Ver­sor­gung-Ge­setz – DVG) ab­schlie­ßend be­han­deln. Im Zu­ge des Ge­setz­ge­bungs­ver­fah­rens sol­len die Pa­ra­gra­phen 303a bis f SGB-V kom­plett ge­än­dert wer­den. Der bvvp sieht dar­in einen Fron­tal­an­griff auf den Ge­sund­heits­da­ten­schutz in Deutsch­land. Er for­dert die Mit­glie­der des Ge­sund­heits­aus­schus­ses des Deut­schen Bun­des­ta­ges auf, den Ge­setz­ent­wurf in der vor­ge­leg­ten Form ab­zu­leh­nen und die Pa­ra­gra­fen 303a bis f SGB-V per Än­de­rungs­an­trag aus dem Ge­setz­ent­wurf zu ent­fer­nen.

„Der Schutz der Ge­sund­heits­da­ten soll­te, wie Bun­des­mi­nis­ter Spahn mehr­fach an­ge­kün­digt hat, in ei­nem ei­ge­nen Ge­sund­heits­da­ten­schutz­ge­setz ver­an­kert und vor­ab aus­führ­lich in der Fachöf­fent­lich­keit dis­ku­tiert wer­den“, for­der­te Be­ne­dikt Wald­herr, Vor­sit­zen­der des bvvp Bun­des­ver­ban­des.
Der Bun­des­ver­band der Ver­trags­psy­cho­the­ra­peu­ten wen­det sich scharf ge­gen die ge­plan­ten Re­ge­lun­gen. Zur Be­grün­dung:

- Ei­ne Über­mitt­lung von So­zi­al­da­ten er­folgt be­reits jetzt, ei­ne Aus­wei­tung der Da­ten­men­ge ist aus Sicht des bvvp nicht not­wen­dig.

- Die Da­ten­ver­wal­tung wie auch die Fest­le­gung der Kri­te­ri­en für den Da­ten­zu­griff wür­den, wenn al­lei­ne das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­um per Rechts­ver­ord­nung ent­schei­den dürf­te, wer wann wo auf wel­che Da­ten zu­grei­fen darf, der Will­kür der je­wei­li­gen Re­gie­rung un­ter­lie­gen.

- Auch die Re­geln für die Pseud­ony­mi­sie­rung wür­den vom Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­um nur per Rechts­ver­ord­nung fest­leg­bar sein - wie­der­um oh­ne par­la­men­ta­ri­sche Kon­trol­le.-

- Die im Ent­wurf auf­ge­führ­te Re­ge­lung zur Pseud­ony­mi­sie­rung ist in sich nutz­los, da so­wohl Ver­trau­ens­stel­le, als auch For­schungs­da­ten­stel­le un­ter dem Dach und der Ho­heit des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­ums lie­gen sol­len. Das be­deu­tet, dass auch hier jed­we­de De­tails per Rechts­ver­ord­nung ver­än­der­bar sind.
Ei­ne sol­che feh­len­de Tren­nung der Zu­stän­dig­kei­ten und die dar­aus re­sul­tie­ren­de Mög­lich­keit, ein­mal ge­trof­fe­ne Re­ge­lun­gen oh­ne par­la­men­ta­ri­sche Kon­trol­le zu ver­än­dern, lehnt der bvvp strikt ab.

- Der bvvp lehnt zu­dem die Form der Da­ten­selbst­be­die­nung ab, die mit der Ein­rich­tung ei­nes Ar­beits­krei­ses der Nut­zungs­be­rech­tig­ten ein­her­gin­ge. Die Re­ge­lun­gen, wer wann, wo und wie auf Ge­sund­heits­da­ten zu­grei­fen kann, kön­nen nicht von je­nen ge­stal­tet wer­den, die selbst am Da­ten­zu­griff in­ter­es­siert sind. Spä­tes­tens hier sind die Be­trof­fe­nen Pa­ti­en­tIn­nen ein­zu­be­zie­hen-

- Die Kos­ten für das For­schungs­da­ten­zen­trum und die da­zu­ge­hö­ri­gen staat­lich-or­ga­ni­sa­to­ri­schen Kos­ten wür­den le­dig­lich auf die Kran­ken­kas­sen und da­mit auf die ge­setz­lich Ver­si­cher­ten um­ge­legt wer­den statt auf die Nut­zer der Da­ten.

- Über­mit­telt wür­den Per­so­nen-, Kos­ten- und Leis­tungs­da­ten, die ei­ne kom­plet­te Pa­ti­en­ten­ak­te ab­bil­de­ten.

- Haupt­kri­tik­punkt ist aber, dass die ge­sam­te Re­ge­lung kein Wi­der­spruchs­recht der

Pa­ti­en­tIn­nen vor­sieht. Hier wird aus Sicht des bvvp das vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt ein­ge­räum­te Grund­recht auf in­for­ma­tio­nel­le Selbst­be­stim­mung mas­siv ver­letzt und ge­zielt um­gan­gen.

Um die Aus­höh­lung des Ge­sund­heits­da­ten­schut­zes zu ver­hin­dern, ap­pel­liert der Ver­band auch mit sei­ner Stel­lung­nah­me an al­le Ge­sund­heits­po­li­ti­ker: Weh­ren Sie sich ge­gen die Än­de­run­gen der Pa­ra­gra­phen 303a bis f im So­zi­al­ge­setz­buch V und die da­mit ein­her­ge­hen­den Ein­schrän­kun­gen de­mo­kra­ti­scher Grund­rech­te.

Die voll­stän­di­ge Stel­le­nung­nah­me fin­den Sie un­ter die­sem Link

Für den bvvp

Di­pl.-Psych. Be­ne­dikt Wald­herr

1. Vor­sit­zen­der

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