VVPN – Verband der Vertragspsychotherapeuten Nordbaden

Mitglied im BVVP Baden-Württemberg und BVVP Bundesverband

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PM: bvvp verabschiedet auf Online-DV Resolutionen zu 4 Themen: DiGAs, QS in der ambulanten Psychotherapie, Maßnahmenpaket für Kinder und Jugendliche und PiA in die Psychotherapeutenkammern

Der Bun­des­ver­band der Ver­trags­psy­cho­the­ra­peu­ten, bvvp, hat auf sei­ner Früh­jahrs-Bun­des­de­le­gier­ten­ver­samm­lung, die die­ses Jahr pan­de­mie­be­dingt vir­tu­ell statt­fand, am 17. April 2021 vier Re­so­lu­tio­nen zu re­le­van­ten ge­sund­heits- und be­rufs­po­li­ti­schen The­men ver­ab­schie­det.

In ei­ner Re­so­lu­ti­on zum The­ma Di­gi­ta­le Ge­sund­heits­an­wen­dun­gen (DI­GAs) for­dert der bvvp Nut­zen­nach­wei­se und ho­he Si­cher­heits­stan­dards für Di­GAs in der Psy­cho­the­ra­pie. Der Ver­band kri­ti­siert dar­in un­ter an­de­rem, dass Di­GAs prak­tisch oh­ne Nach­weis ih­rer Wirk­sam­keit durch ein Fast-Track-Ver­fah­ren ins Sys­tem der ge­setz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung zu­ge­las­sen wür­den und ih­ren Nut­zen für die Ver­sor­gung erst mit der An­wen­dung be­le­gen müss­ten. So­wohl die un­zu­läng­li­che Nut­zen- und Si­cher­heits­be­wer­tung als auch die Mög­lich­keit der Her­stel­ler, den Preis der Di­GAs für die Kran­ken­kas­sen ver­pflich­tend fest­zu­le­gen, stell­ten gra­vie­ren­de Ver­stö­ße ge­gen das Wirt­schaft­lich­keits­ge­bot dar. Die De­le­gier­ten for­der­ten, dass Di­GAs ih­ren Nut­zen und ih­re Wirk­sam­keit und vor al­lem aber, dass sie kei­nen Scha­den ver­ur­sa­chen, nach­ge­wie­sen ha­ben müs­sen, be­vor sie ver­ord­net wer­den kön­nen. Nur so kön­ne die Pa­ti­ent*in­nen­si­cher­heit ge­währ­leis­tet wer­den. In­di­ka­ti­on und Kon­train­di­ka­ti­on könn­ten nur von Ärzt*in­nen/Psy­cho­the­ra­peut*in­nen ge­stellt wer­den. Nur bei ei­ner kon­ti­nu­ier­li­chen Be­glei­tung durch einen Psy­cho­the­ra­peu­ten, ei­ne Psy­cho­the­ra­peu­tin könn­ten Di­GAs Nut­zen ent­fal­ten. The­ra­pie er­set­zen­de Di­GAs funk­tio­nier­ten nicht und kön­nen so­gar scha­den, wenn ei­ne Er­kran­kung nicht fach­lich kor­rekt be­han­delt wer­de.

Ei­ne wei­te­re Re­so­lu­ti­on be­zieht sich auf die Ent­wick­lung ei­nes ein­rich­tungs­über­grei­fen­den In­stru­ments zur Qua­li­täts­si­che­rung in der am­bu­lan­ten Psy­cho­the­ra­pie, mit dem der Ge­mein­sa­me Bun­des­aus­schuss be­auf­tragt wur­de. Die De­le­gier­ten­ver­samm­lung des bvvp hält die in­ter­ne Qua­li­tät der Psy­cho­the­ra­pie für hoch und am bes­ten durch die be­währ­ten Mög­lich­kei­ten der Su­per­vi­si­on, In­ter­vi­si­on und Fort­bil­dung ge­si­chert. Sie for­der­te, bei der Ent­wick­lung ei­ne Rei­he von ziel­füh­ren­den Grund­sät­zen zu be­rück­sich­ti­gen. Da­zu ge­hör­ten die Aus­rich­tung auf Qua­li­täts­för­de­rung statt auf Sank­tio­nie­rung, auf den Nut­zen für die Pa­ti­ent*in­nen­ver­sor­gung und für die tat­säch­li­che Ver­bes­se­rung der Qua­li­tät so­wie die Be­schrän­kung auf we­ni­ge, aber aus­sa­ge­fä­hi­ge In­di­ka­to­ren. Der Auf­wand für die Pra­xen soll­te dem­ge­mäß ge­ring­ge­hal­ten wer­den, Da­ten soll­ten nur spar­sam und zweck­ge­bun­den und nur in Stich­pro­ben er­ho­ben wer­den. Vor Ein­füh­rung des In­stru­ments für al­le Pra­xen soll­te ei­ne um­fang­rei­che Mach­bar­keits­prü­fung und Eva­lua­ti­on ste­hen. Die Ver­wen­dung der Da­ten für einen Ver­gleich der Pra­xen in Form ei­nes Bench­mar­kings, wie dies in der im Ge­sund­heits­ver­sor­gungs­wei­ter­ent­wick­lungs­ge­setz (GV­WG) ge­plan­ten Richt­li­nie zur „För­de­rung der Trans­pa­renz und Si­che­rung der Qua­li­tät in der Ver­sor­gung“ vor­ge­se­hen ist, wird mit al­ler Deut­lich­keit ab­ge­lehnt.

In ei­ner drit­ten Re­so­lu­ti­on for­dern die De­le­gier­ten des bvvp den Ge­setz­ge­ber auf, so­fort ein Stu­fen­pro­gramm für ein um­fas­sen­des Maß­nah­men­pa­ket zu ent­wi­ckeln und um­zu­set­zen, um den be­son­de­ren see­li­schen und kör­per­li­chen Be­las­tun­gen von Kin­dern und Ju­gend­li­chen in der Co­ro­na-Pan­de­mie zu be­geg­nen. Der Ver­band be­ruft sich da­bei auf die For­mu­lie­rung von fünf Maß­nah­men, die er – im Bünd­nis mit 27 wei­te­ren Be­rufs­ver­bän­den - be­reits bei ei­ner öf­fent­li­chen Ver­an­stal­tung En­de März der Po­li­tik ge­gen­über prä­sen­tiert hat­te:

  • Die Grün­dung ei­nes Ju­gend- und Kin­der­rats
  • Die Ein­rich­tung ei­ner zen­tra­len, deutsch­land­weit be­wor­be­nen Hilfs­num­mer für Kin­der und Ju­gend­li­che in Not
  • Um­sonst, für al­le und drau­ßen: täg­li­che Sport-, Be­we­gungs- und kul­tu­rel­le Ak­ti­vi­tä­ten an öf­fent­lich zu­gäng­li­chen Or­ten
  • Nie­der­schwel­li­ge und län­ger­fris­tig an­ge­leg­te Kurs- und Pro­jek­t­an­ge­bo­te für Kin­der und Ju­gend­li­che au­ßer­halb des Schul­un­ter­richts
  • In­itia­ti­ve zur An­wer­bung von Ho­no­rar­kräf­ten un­ter so­lo­selbst­stän­di­gen Kunst­schaf­fen­den und be­schäf­ti­gungs­los ge­wor­de­nen Per­so­nen aus dem Kul­tur- und Sport­be­reich zur Un­ter­stüt­zung von Kin­dern und Ju­gend­li­chen.

Der bvvp for­dert nun end­lich von der Po­li­tik ein schnel­les Han­deln - un­ter Be­tei­li­gung der Ex­pert*in­nen aus den ge­nann­ten Fach­gre­mi­en und den be­trof­fe­nen Kin­dern, Ju­gend­li­chen und Fa­mi­li­en.

In ei­ner wei­te­ren Re­so­lu­ti­on for­dert der bvvp zu­dem, dass sich der Be­rufs­stand im Rah­men der an­ste­hen­den An­pas­sun­gen der Heil­be­ru­fe-(Kam­mer-)Ge­set­ze für ei­ne Mit­glied­schaft der Psy­cho­the­ra­peut*in­nen in Aus­bil­dung (PiA) in den Lan­des­psy­cho­the­ra­peu­ten­kam­mern ein­setzt.

Hin­ter­grund ist, dass die Lan­des­psy­cho­the­ra­peu­ten­kam­mern Bay­ern, NRW so­wie die Ost­deut­sche Psy­cho­the­ra­peu­ten­kam­mer ih­nen bis­her noch kei­ne Mög­lich­keit zur Mit­glied­schaft bie­ten. Es sei wich­tig, dass PiA, die be­reits un­ter Su­per­vi­si­on psy­cho­the­ra­peu­tisch tä­tig sei­en und so an die durch die Kam­mern fest­ge­leg­ten Stan­dards der Be­rufs­aus­übung her­an­ge­führt wür­den, sich auch als zu­ge­hö­rig zu ih­rer Kam­mer und dem Be­rufs­stand er­leb­ten. Ab­ge­se­hen da­von, dass dar­in auch die Chan­ce zur Nach­wuchs­för­de­rung für die Kam­mern lie­ge, ge­he es mit der Auf­nah­me der ak­tu­el­len PiA auch um ein Mit­ein­an­der, in dem die In­ter­es­sen der ver­schie­de­nen Be­rufs­grup­pen aus­ge­gli­chen wür­den, denn die künf­ti­gen Psy­cho­the­ra­peut*in­nen in Wei­ter­bil­dung (PiW) wür­den be­reits nach Ab­schluss des vor­an­ge­hen­den Stu­di­ums Psy­cho­the­ra­pie nach der Ap­pro­ba­ti­ons­prü­fung Mit­glie­der der Kam­mern sein.

Den voll­stän­di­gen Text al­ler vier Re­so­lu­tio­nen im Wort­laut le­sen Sie bit­te un­ter die­sem Link und hier.

Der Bun­des­ver­band der Ver­trags­psy­cho­the­ra­peu­ten, bvvp, ist der ein­zi­ge Ver­band, der sich be­rufs­grup­pen- und ver­fah­rens­über­grei­fend für die In­ter­es­sen al­ler Ver­trags­psy­cho­the­ra­peut*in­nen ein­setzt. In ihm ha­ben sich über 5.400 Ärzt­li­che Psy­cho­the­ra­peut*in­nen, Psy­cho­lo­gi­sche Psy­cho­the­ra­peut*in­nen so­wie Kin­der- und Ju­gend­li­chen­psy­cho­the­ra­peut*in­nen al­ler an­er­kann­ten Richt­li­ni­en­ver­fah­ren zu­sam­men­ge­schlos­sen.

Für den bvvp

Di­pl.-Psych. Be­ne­dikt Wald­herr

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