VVPN – Verband der Vertragspsychotherapeuten Nordbaden

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bvvp-Mitgliederinfo: Testpflicht für Psychotherapeut*innen und weitere Auswirkungen der Änderungen des Infektionsschutzgesetzes

Lie­be Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen,

Sie wer­den es ver­mut­lich be­reits von alar­mier­ten Kol­leg*in­nen ge­hört ha­ben: „Wir müs­sen uns (und un­se­re Mit­ar­bei­ter*in­nen) von heu­te (!) an al­le täg­lich tes­ten!“, und ver­mut­lich ha­ben auch Sie ge­sagt: „Wie kann das denn sein, so plötz­lich? Und es gibt doch kaum noch Tests, und wie soll das über­haupt al­les ge­hen?“

Und doch ist es wahr. Mit der am 18.11.2021 vom deut­schen Bun­des­tag be­schlos­se­nen Än­de­rung des In­fek­ti­ons­schutz­ge­set­zes tre­ten in Be­zug auf die Be­kämp­fung der Co­ro­na-Pan­de­mie neue, zu­nächst bis zum 31. März 2022 be­fris­te­te Än­de­run­gen in Kraft, über die auch die KBV in­for­miert. Da­zu ge­hört auch der täg­li­che Test­nach­weis für al­le in der Pra­xis Be­schäf­tig­ten. Doch die KV Schles­wig-Hol­stein ver­mu­tet be­reits, dass es sich bei der Re­ge­lung um einen Irr­tum bei den Ver­wei­sun­gen im Ge­setz han­delt. Ur­sprüng­lich soll­ten dem­nach nur Kli­nik- und Pfle­ge­per­so­nal mit die­ser Re­ge­lung adres­siert wer­den. Es gibt al­so wei­ter­hin Klä­rungs­be­darf.

Vie­les ist im Ge­setz ist auch un­ge­nau be­schrie­ben bzw. liegt in der Ver­ant­wor­tung von Lan­des­be­hör­den, so­dass der­zeit noch kei­ne ab­schlie­ßen­de, bun­des­weit gül­ti­ge In­for­ma­ti­on her­aus­ge­ge­ben wer­den kann. Wir ge­hen da­von aus, dass sich die KVen des­halb noch nicht äu­ßern, weil sie ge­ra­de im Hin­ter­grund sehr in­ten­siv um Kon­kre­ti­sie­rung und Nach­bes­se­rung rin­gen. Da­her wer­den wir Sie über Än­de­run­gen und Prä­zi­sie­run­gen auf dem Lau­fen­den hal­ten – auch über un­se­re Ho­me­pa­ge, be­son­ders die Co­ro­na-Son­der­sei­ten.

Den ak­tu­el­len Stand ha­ben wir für Sie zu­sam­men­ge­fasst:

Al­le ver­trag­s­ärzt­li­chen Pra­xen blei­ben – wie bis­her auch – der ele­men­ta­ren Grund­ver­sor­gung zu­ge­ord­net. Das be­deu­tet, dass in al­len kas­sen­ärzt­li­chen Pra­xen kei­ne 3G / 2G oder 2G+ Re­gel für Pa­ti­ent*in­nen gilt.

  • Die bis­he­ri­gen Re­ge­lun­gen zur Mas­ken­pflicht und zur Ein­hal­tung des Ab­stands blei­ben be­ste­hen.
  • Al­le in der Pra­xis tä­ti­gen Per­so­nen be­nö­ti­gen un­ab­hän­gig da­von, ob sie ge­impft oder ge­ne­sen sind, einen täg­li­chen Test­nach­weis ((PoC)-An­ti­gen-Test / Schnell­test). Al­ter­na­tiv kann auch al­le zwei Ta­ge ein PCR-Test durch­ge­führt wer­den (48 Stun­den Gül­tig­keit). Das wird im ei­ner An­pas­sung des In­fek­ti­ons­schutz­ge­setz un­ter Pa­ra­graph 28b Ab­satz 2 ge­re­gelt. Schnell­tests kön­nen für Ge­impf­te und Ge­ne­se­ne selbst­stän­dig und oh­ne Über­wa­chung durch­ge­führt wer­den. Nicht Ge­impf­te oder Ge­ne­se­ne müs­sen ihn un­ter Auf­sicht aus­füh­ren. Ob und wel­che Qua­li­fi­ka­tio­nen die auf­sichts­füh­ren­de Per­son nach­wei­sen muss (z.B. die Teil­nah­me an ei­nem We­bi­nar) ist auf Län­dere­be­ne un­ter­schied­lich ge­re­gelt.
  • Die Test­pflicht gilt auch für Pra­xis­in­ha­ber*in­nen oh­ne An­ge­stell­te, da ju­ris­tisch Selbst­stän­di­ge als Be­schäf­tig­te im Be­trieb gel­ten. Hier­bei stellt die Auf­sichts­pflicht beim Test­vor­gang für Un­ge­impf­te na­tür­lich ei­ne pa­ra­do­xe Hür­de dar.
  • Für Pa­ti­ent*in­nen gilt die­se Test­pflicht nicht! Nach all­ge­mei­ner Auf­fas­sung der Rechts­be­ra­ter der KBV und Län­der-KVen ist es aber zu­läs­sig, dass Ärz­te ge­trenn­te Sprech­stun­den für 3G- und Nicht-3G-Pa­ti­en­ten an­bie­ten. Be­gleit­per­so­nen von Pa­ti­ent*in­nen gel­ten recht­lich als „Be­su­cher“. Sie müs­sen nach § 28b IfSG den Sta­tus „3G“ er­fül­len – al­so ge­impft, ge­ne­sen oder ge­tes­tet sein.
  • Es gel­ten er­wei­ter­te Do­ku­men­ta­ti­ons­pflich­ten:
    • Zu do­ku­men­tie­ren sind
      • der Impf­sta­tus al­ler in der Pra­xis Tä­ti­gen
      • die täg­li­che Tes­tung al­ler in der Pra­xis Tä­ti­gen

Ei­ne ein­fa­che Ta­bel­le reicht erst­mal: Test­da­tum, Er­geb­nis, Un­ter­schrift, ge­ge­be­nen­falls noch der Zeit­punkt des Ar­beits­be­ginns, da der Schnell­test ma­xi­mal 24 Stun­den alt sein darf. Ge­ge­be­nen­falls reicht dann ein Schnell­test auch für zwei Ta­ge.

  • Die Do­ku­men­ta­ti­on der Tests ist al­le 14 Ta­ge an die zu­stän­di­ge Ge­sund­heits­be­hör­de, in der Re­gel an das Lan­des­ge­sund­heits­amt, zu mel­den. In wel­cher Form ist von den Be­hör­den noch nicht de­fi­niert. Po­si­ti­ve Tes­t­er­geb­nis­se sind na­tür­lich um­ge­hend dem Ge­sund­heits­amt zu mel­den und durch einen PCR-Test zu be­stä­ti­gen.
  • Ei­ne über die bis­he­ri­ge Re­ge­lung hin­aus­ge­hen­de Re­fi­nan­zie­rung der Tests ist (bis­lang) nicht vor­ge­se­hen. Der­zeit wer­den nur die Kos­ten für zehn An­ti­gen-Tests (Schnell­tests) im Mo­nat er­stat­tet (3,50 Eu­ro pro Test). Die KBV hat be­reits beim Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­um ei­ne Er­hö­hung der kos­ten­frei­en Tests be­an­tragt. So­bald es hier­zu neue Ent­wick­lun­gen gibt, in­for­mie­ren wir Sie.
  • Die ein­ge­führ­ten Test­pflich­ten füh­ren of­fen­bar be­reits zu Eng­päs­sen bei der Ver­füg­bar­keit von Tests, wor­über auch die KBV in­for­miert, die eben­falls Kri­tik an der über­stürz­ten Ein­füh­rung übt. Ob der Be­zug von Tests künf­tig über die je­wei­li­ge Kas­sen­ärzt­li­che Ver­ei­ni­gung (KV) mög­lich sein wird, ist auch noch un­ge­klärt.

Wir in­for­mie­ren Sie, so­bald es Neu­ig­kei­ten gibt!

Ihr bvvp Bun­des­vor­stand

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