VVPN – Verband der Vertragspsychotherapeuten Nordbaden

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bvvp PM: Keine Änderungen am Psychotherapeutengesetz (PsychThG) ohne Beteiligung der Profession: bvvp wendet sich gegen eingeschleusten „Omnibus“ im Bevölkerungsschutzgesetz

Ber­lin, 18. Mai 2020. Das Be­völ­ke­rungs­schutz­ge­setz ist si­cher ei­ne sinn­vol­le ge­setz­ge­be­ri­sche Maß­nah­me, nicht zu ak­zep­tie­ren ist aber, dass in die­sem in letz­ter Mi­nu­te wie­der ein­mal ein so­ge­nann­tes „Om­ni­bus­ge­setz“ plat­ziert wur­de, mit dem in das Psy­cho­the­ra­peu­ten­ge­setz (PsychThG) ein­ge­grif­fen wur­de. - Das mo­niert der Bun­des­ver­band der Ver­trags­psy­cho­the­ra­peu­ten, bvvp. Die be­reits mit dem Be­rufs­stand kon­sen­tier­ten und be­schlos­se­nen Über­gangs­re­ge­lun­gen bei der heu­ti­gen Aus­bil­dung für Kin­der- und Ju­gend­li­chen­psy­cho­the­ra­peu­tIn­nen (KJP) wur­den ge­än­dert, denn mit dem 2. Be­völ­ke­rungs­schutz­ge­setz wur­de auch der § 27 Abs. 2a PsychThG um­ge­schrie­ben.

Die dar­in for­mu­lier­te Über­gangs­re­ge­lung wur­de da­hin­ge­hend er­wei­tert, dass der bis­he­ri­ge Aus­bil­dungs­gang nach dem al­ten PsychThG noch für wei­te­re sechs Jah­re an be­stimm­ten Hoch­schu­len be­gon­nen und dort ab­sol­viert wer­den kann. Als Be­grün­dung wur­de an­ge­führt, dass da­mit die re­gio­na­le psy­cho­the­ra­peu­ti­sche Ver­sor­gung der Kin­der- und Ju­gend­li­chen si­cher­ge­stellt wer­den kön­ne.

Ei­ne der­ar­ti­ge Ge­fähr­dung der Ver­sor­gung von Kin­dern und Ju­gend­li­chen durch das neue PsychThG sei aber in kei­ner Wei­se be­leg­bar, wie der Ver­band be­tont.

Zu­dem ver­wun­de­re, dass ge­ra­de mal ein hal­b­es Jahr zwi­schen Be­schluss­fas­sung des Ge­set­zes und sei­ner Än­de­rung ver­gan­gen sei. „Of­fen­bar hat die Re­gie­rung nicht ein­mal mehr das Ziel, Ge­set­ze mit wohl über­leg­ten Fol­ge­ab­wä­gun­gen zu schaf­fen, die, wie das die Auf­ga­be von Ge­set­zen ist, wohl for­mu­liert ei­ne be­last­ba­re und halt­ba­re Rechts­si­cher­heit her­stel­len. Statt­des­sen rea­giert das BMG, wan­kend wie ein Rohr im Wind, auf klein­tei­li­ge Lob­by­in­ter­es­sen.“, so Be­ne­dikt Wald­herr, Vor­stands­vor­sit­zen­der des bvvp.

Der Ver­band wies dar­auf hin, dass die­se, ih­nen nicht nach­voll­zieh­ba­re Än­de­rung rein gar nichts mit dem Be­völ­ke­rungs­schutz und der Be­wäl­ti­gung der Fol­gen der Pan­de­mie zu tun ha­be.

„Be­son­ders ir­ri­tie­rend und auch Aus­druck ei­nes schlech­ten Stils ist der Um­stand, dass die­se Än­de­rung in letz­ter Mi­nu­te und oh­ne je­de Be­tei­li­gung des Be­rufs­stan­des er­folg­te“, for­mu­lier­te Mar­tin Klett, Zwei­ter Stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der des bvvp. „Das neue Psy­cho­the­ra­peu­ten­ge­setz wur­de im No­vem­ber 2019 nach vie­len kon­struk­ti­ven Dis­kus­sio­nen in­ner­halb des Be­rufs­stan­des und auch mit der Po­li­tik be­schlos­sen. Das Ge­setz auf die­sem We­ge nun oh­ne er­neu­te Be­tei­li­gung des Be­rufs­stan­des zu än­dern, zeugt von man­geln­dem De­mo­kra­tie­ver­ständ­nis!“

Mit der Än­de­rung kön­nen nun das al­te Aus­bil­dungs­sys­tem und das durch das neue Psy­cho­the­ra­peu­ten­ge­setz ge­schaf­fe­ne neue Sys­tem noch län­ger par­al­lel lau­fen. Das wer­de die Trans­pa­renz so­wohl für die zu­künf­ti­gen Stu­die­ren­den als auch für die Pa­ti­en­tIn­nen er­schwe­ren, so der bvvp. Den Kin­der- und Ju­gend­li­chen­psy­cho­the­ra­peu­tIn­nen tue man zu­dem durch die Ver­län­ge­rung nicht un­be­dingt ei­ne Ge­fal­len, denn die Ab­sol­ven­tIn­nen die­ser Hoch­schu­len nach dem al­ten PsychThG dürf­ten auch zu­künf­tig kei­ne Er­wach­se­nen be­han­deln.

„Die vor­ge­se­he­ne neue Re­ge­lung in § 27 Abs. 2a des Psy­cho­the­ra­peu­ten­ge­set­zes muss ge­stri­chen wer­den!“, for­der­te da­her Be­ne­dikt Wald­herr im Na­men des Be­rufs­ver­ban­des, der mehr als 5300 ärzt­li­che, psy­cho­lo­gi­sche und Kin­der- und Ju­gend­li­chen­psy­cho­the­ra­peu­tIn­nen ver­tritt. Er for­dert: „Der Ge­setz­ge­ber soll­te sich lie­ber um ei­ne sau­be­re Klä­rung der Fi­nan­zie­rung küm­mern!“

Für den bvvp

Di­pl.-Psych. Be­ne­dikt Wald­herr

Vor­sit­zen­der des bvvp

Ber­lin, 18.05.2020

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