VVPN – Verband der Vertragspsychotherapeuten Nordbaden

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bvvp PM: Keine unsinnigen staatlichen Eingriffe in ein funktionierendes System - bvvp wendet sich gegen Zwangsverpflichtungen von ÄrztInnen im Rahmen der Corona-Krise

Zwangs­ver­pflich­tun­gen von en­ga­gier­ten Nie­der­ge­las­se­nen sind bes­ten­falls über­flüs­sig - Der bvvp for­dert: Kei­ne un­sin­ni­gen staat­li­chen Ein­grif­fe in ein funk­tio­nie­ren­des Sys­tem

Der Bun­des­ver­band der Ver­trags­psy­cho­the­ra­peu­ten, bvvp, wen­det sich in al­ler Deut­lich­keit ge­gen Zwangs­ver­pflich­tun­gen von Ärz­ten. Die­se sind völ­lig un­an­ge­mes­sen, nicht nö­tig und de­mo­ti­vie­ren al­le en­ga­gier­ten Ärz­te. Zwangs­ver­pflich­tun­gen pas­sen nicht zu ei­nem frei­en Be­ruf. Staat­li­che Ein­grif­fe in die Be­rufs­frei­heit der Ärz­te scha­den der Ver­sor­gung und sind ab­zu­leh­nen.

Die Co­ro­na­kri­se macht es Po­li­tik und Bür­gern nicht ein­fach. Mit zu­neh­men­der Dau­er der Pan­de­mie kol­li­die­ren In­fek­ti­ons­schutz und Grund­rech­te zu­neh­mend stär­ker. Mit den Ein­schrän­kun­gen ih­rer Frei­heits­rech­te um­zu­ge­hen, ist für die Bür­ger und Bür­ge­rin­nen nicht leicht. Es ist schwer, ein aus­ge­wo­ge­nes Maß zu fin­den zwi­schen, ei­ner­seits, den not­wen­di­gen Schutz­vor­keh­run­gen bei noch ho­her In­fek­ti­ons­ge­fahr und, an­de­rer­seits, ei­ner zu star­ken Be­gren­zung der Rech­te.

Die Po­li­tik be­müht sich da­her, in den un­ter­schied­li­chen Bun­des­län­dern den lo­kal und re­gio­nal un­ter­schied­li­chen An­for­de­run­gen

ge­recht zu wer­den. In Nord­rhein-West­fa­len konn­te ein Lan­des­ge­setz in letz­ter Mi­nu­te ver­hin­dert wer­den, das die dor­ti­ge Ärz­te­schaft zwangs­ver­pflich­ten woll­te, die dort, eben­so wie im üb­ri­gen Bun­des­ge­biet, mit ho­hem Idea­lis­mus, En­ga­ge­ment und Frei­wil­lig­keit ge­gen die Pan­de­mie kämpft. Das baye­ri­sche Ka­ta­stro­phen­schutz­ge­setz, das schon seit lan­gem in Kraft ist, wur­de nun al­ler­dings an­ge­wen­det und hat - vor­geb­lich im In­ter­es­se des Ge­sund­heits­schut­zes - in ein ei­gent­lich gut funk­tio­nie­ren­des am­bu­lan­tes Ver­sor­gungs­sys­tem mit Zwangs­maß­nah­men ein­ge­grif­fen. Die Kas­sen­ärzt­li­che Ver­ei­ni­gung Bay­ern und nie­der­ge­las­se­ne baye­ri­sche Ärz­te wur­den Ver­sor­gungs­ärz­ten im staat­li­chen Auf­trag mit vie­len Be­fug­nis­sen nach­ge­ord­net. Die Be­grün­dung der Maß­nah­me wirkt vor­ge­scho­ben, der Zeit­punkt un­ver­ständ­lich, die Maß­nah­me selbst über das Ziel hin­aus­ge­schos­sen.

Die am­bu­lan­ten Pra­xen von Hau­särz­tIn­nen, Fachärz­tIn­nen und Psy­cho­the­ra­peu­tIn­nen un­ter dem Dach der Kas­sen­ärzt­li­chen Ver­ei­ni­gung und die Kas­sen­ärzt­li­che Ver­ei­ni­gung selbst leis­ten her­vor­ra­gen­de Ar­beit und ha­ben in Zei­ten feh­len­der Res­sour­cen im Vor­feld von Kli­nik­ein­wei­sun­gen den Druck, den Co­ro­na auf das Ge­sund­heits­sys­tem aus­übt, aus­ge­zeich­net ab­ge­fan­gen.

Mas­ken, Schutz­klei­dung und Des­in­fek­ti­ons­ma­te­ri­al wa­ren von Be­ginn an und über­all in Deutsch­land Man­gel­wa­re. Das Ver­säum­nis, für Ka­ta­stro­phen­fäl­le kei­ne Vor­rä­te vor­zu­hal­ten, war mit­nich­ten ei­nes der Kas­sen­ärz­tIn­nen oder der Kas­sen­ärzt­li­chen Ver­ei­ni­gun­gen. Der Ver­such, wie in Bay­ern ge­sche­hen, die ekla­tan­ten Ver­säum­nis­se im po­li­ti­schen Raum durch über­trie­be­nen Ak­tio­nis­mus und Macht­ges­ten zu ver­schlei­ern – in Form von Zwangs­maß­nah­men ge­gen die KV bzw. ih­re Ver­trag­särz­te – geht fehl.

Die Be­dar­fe müs­sen re­gio­nal ge­prüft und ge­plant wer­den durch die Selbst­ver­wal­tung mit ih­ren Kör­per­schaf­ten, al­so den Ärz­te­kam­mern, KVen und de­ren Be­zirks­stel­len in ko­ope­ra­ti­ver Ab­stim­mung mit den re­gio­na­len Be­hör­den. Be­ne­dikt Wald­herr, Vor­sit­zen­der des bvvp stellt da­her fest: „Ei­ne der Si­tua­ti­on an­ge­pass­te me­di­zi­ni­sche Ver­sor­gung kann nur auf der Ba­sis von Frei­wil­lig­keit mit Be­rück­sich­ti­gung der Qua­li­fi­ka­ti­on und in ge­gen­sei­ti­ger Ko­ope­ra­ti­on mit den Ge­sund­heits­äm­tern er­fol­gen.“ Und er stellt die Fra­ge: „Wer soll denn noch den ärzt­li­chen Be­ruf er­grei­fen wol­len, wenn man da­mit rech­nen muss, nicht nur die ei­ge­ne Ge­sund­heit und das ei­ge­ne Le­ben ris­kie­ren zu müs­sen, son­dern auch noch auf un­wür­di­ge Wei­se staat­lich ge­gän­gelt zu wer­den?“

Der Bun­des­ver­band der Ver­trags­psy­cho­the­ra­peu­ten er­klärt sich da­her so­li­da­risch mit den All­ge­mei­n­ärz­tIn­nen und Fachärz­tIn­nen. Be­ne­dikt Wald­herr macht deut­lich: „Wir stel­len uns an die Sei­te un­se­rer Kas­sen­ärzt­li­chen Ver­ei­ni­gun­gen und wen­den uns strikt ge­gen Zwangs­ver­pflich­tun­gen von Ärz­ten im Rah­men der Co­ro­na-Kri­se. Statt­des­sen for­dern wir die Po­li­tik zur gu­ten Zu­sam­men­ar­beit und Ab­spra­che mit den KVen und den nie­der­ge­las­se­nen Ärz­ten und Ärz­tin­nen auf.“

Mit mehr als 5300 Mit­glie­dern ist der bvvp die größ­te in­te­gra­ti­ve In­ter­es­sen­ver­tre­tung von ärzt­li­chen, psy­cho­lo­gi­schen und Kin­der- und Ju­gend­li­chen­psy­cho­the­ra­peu­tIn­nen.

Für den bvvp

Di­pl.-Psych. Be­ne­dikt Wald­herr

Vor­sit­zen­der des bvvp

Ber­lin, 04.05.2020

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