VVPN – Verband der Vertragspsychotherapeuten Nordbaden

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bvvp-PM zu Ihrer Information - bvvp kritisiert: BMG winkt Komplexrichtlinie ohne Beanstandung durch

Ber­lin, 09.12.2021. Am 7. De­zem­ber hat sich das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Ge­sund­heit (BMG) als Rechts­auf­sicht über die Be­schlüs­se des Ge­mein­sa­men Bun­des­aus­schuss wie folgt ge­äu­ßert: “Der von Ih­nen ... vor­ge­leg­te Be­schluss vom 2. Sep­tem­ber 2021 über ei­ne Erst­fas­sung der Richt­li­nie über die be­rufs­grup­pen­über­grei­fen­de, ko­or­di­nier­te und struk­tu­rier­te Ver­sor­gung ins­be­son­de­re für schwer psy­chisch kran­ke Ver­si­cher­te mit kom­ple­xem psych­ia­tri­schen oder psy­cho­the­ra­peu­ti­schen Be­hand­lungs­be­darf (KSV­Psych-RL) wird nicht be­an­stan­det.“ Der bvvp hat­te, wie vie­le an­de­re Ver­bän­de und die Bun­de­s­psy­cho­the­ra­peu­ten­kam­mer (BPtK) auch, um di­ver­se Nach­bes­se­run­gen ge­be­ten. „Es ist ent­täu­schend, dass wir kein Ge­hör ge­fun­den ha­ben“, so Be­ne­dikt Wald­herr, ers­ter Vor­sit­zen­der des bvvp. „So wird es die Richt­li­nie schwer ha­ben, in der Ver­sor­gung an­zu­kom­men.“

Zwar geht das BMG da­von aus, dass der Ge­mein­sa­me Bun­des­aus­schuss der im Be­schluss ver­an­ker­ten Be­ob­ach­tungs­pflicht hin­sicht­lich der Aus­wir­kun­gen sei­ner Ent­schei­dun­gen auch schon vor den zu­nächst vor­ge­se­he­nen fünf Jah­ren nach­kom­men wird, um be­reits frü­her auf­tre­ten­de Um­set­zungs­pro­ble­me iden­ti­fi­zie­ren und dann ge­ge­be­nen­falls nach­steu­ern zu kön­nen. Das BMG be­nennt auch den kri­tischs­ten Punkt der Richt­li­nie, näm­lich dass nur sol­che Ärzt*in­nen und Psy­cho­the­ra­peut*in­nen die Rol­le der Be­zugs­be­han­deln­den ein­neh­men kön­nen, die über einen vol­len Ver­sor­gung­auf­trag ver­fü­gen. Zi­tat: „Die Mög­lich­keit oder ggf. Not­wen­dig­keit ei­ner An­pas­sung wä­re dann zu prü­fen, wenn sich her­aus­stel­len soll­te, dass die Vor­ga­be un­ge­eig­net ist, weil die Ver­sor­gung oh­ne die Psy­cho­the­ra­peu­tin­nen und Psy­cho­the­ra­peu­ten mit ge­rin­ge­rem Ver­sor­gungs­auf­trag nicht zu­stan­de kommt, oder wenn er­sicht­lich wer­den soll­te, dass das Ziel der Ver­füg­bar­keit auch mit ei­nem mil­de­ren Ein­griff in die Be­rufs­aus­übung si­cher­ge­stellt wer­den könn­te.“ - Was auch im­mer die­ser „mil­de­re Ein­griff“ dann sein könn­te.

Aber das hilft der Richt­li­nie nicht beim Start in die Ver­sor­gung, denn mehr als 50 Pro­zent der Psy­cho­the­ra­peut*in­nen ver­fü­gen in­zwi­schen über einen hal­b­en Ver­sor­gungs­auf­trag - was zu ei­ner deut­lich bes­se­ren Ver­sor­gung ge­führt hat und wei­ter­hin führt.

Der bvvp for­dert nun die Ge­sund­heits­po­li­ti­ker*in­nen der Re­gie­rung auf, sich an ih­ren, im Ko­ali­ti­ons­ver­trag be­kun­de­ten Vor­satz zu hal­ten, die am­bu­lan­te Ver­sor­gung ins­be­son­de­re für Pa­ti­ent*in­nen mit schwe­ren und kom­ple­xen Er­kran­kun­gen zu ver­bes­sern und den Zu­gang zu am­bu­lan­ten Kom­plex­leis­tun­gen si­cher­zu­stel­len.

Um dies zu ge­währ­leis­ten, muss auch an an­de­ren Stel­len der Richt­li­nie nach­ge­bes­sert wer­den. So stellt es zum Bei­spiel ei­ne große Hür­de dar, dass Pa­ti­ent*in­nen zwin­gend ei­ne dif­fe­ren­ti­al­dia­gno­s­ti­sche Ab­klä­rung bei ei­nem P-Fach­arzt, ei­ner P-Fachärz­tin durch­lau­fen müs­sen, und dies in­ner­halb von nur sie­ben Ta­gen, um in die Richt­li­nie ein­ge­schrie­ben wer­den zu kön­nen. „Wir ha­ben vie­ler­orts einen ekla­tan­ten Man­gel an Psych­ia­ter*in­nen und Psy­cho­so­ma­ti­ker*in­nen, so­dass die­ses Na­delöhr un­be­dingt ver­mie­den wer­den muss“, be­tont bvvp-Vor­stands­mit­glied Ul­ri­ke Bö­ker. „Wir Psy­cho­the­ra­peut*in­nen sind be­reit, aber bit­te bes­sert die Richt­li­nie so nach, dass sie auch prak­ti­ka­bel ist!“

Der Bun­des­ver­band der Ver­trags­psy­cho­the­ra­peu­ten – kurz bvvp – ist der Ver­band, der sich be­rufs­grup­pen- und ver­fah­rens­über­grei­fend für die In­ter­es­sen al­ler Ver­trags­psy­cho­the­ra­peut*in­nen ein­setzt. In ihm ha­ben sich mehr als 5.600 Ärzt­li­che Psy­cho­the­ra­peut*in­nen, Psy­cho­lo­gi­sche Psy­cho­the­ra­peut*in­nen so­wie Kin­der- und Ju­gend­li­chen­psy­cho­the­ra­peut*in­nen al­ler an­er­kann­ten Richt­li­ni­en­ver­fah­ren zu­sam­men­ge­schlos­sen.

Für den bvvp

Di­pl.-Psych. Be­ne­dikt Wald­herr, Vor­sit­zen­der des bvvp

Di­pl.-Psych. Ul­ri­ke Bö­ker, Mit­glied des Vor­stands

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