VVPN – Verband der Vertragspsychotherapeuten Nordbaden

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bvvp positioniert sich in Stellungnahme zum GVWG Referentenentwurf des Bundesministeriums für Gesundheit vom 23. Oktober 2020

Ber­lin, 19. No­vem­ber 2020. Mit dem Re­fe­ren­ten­ent­wurf zum Ge­sund­heits­ver­sor­gungs­wei­ter­ent­wick­lungs­ge­setz,GV­WG, hat der Ge­setz­ge­ber ein Sam­mel­werk an Pa­ra­gra­fen-Än­de­run­gen vor­ge­legt. Der Bun­des­ver­band der Ver­trags­psy­cho­the­ra­peu­ten e.V., bvvp, hat zu den die Psy­cho­the­ra­peu­tIn­nen be­tref­fen­den Pas­sa­gen des Ent­wur­fes, der in ers­ter Le­sung am 19. No­vem­ber 2020 ver­han­delt wur­de, in meh­re­ren Punk­ten deut­lich Stel­lung be­zo­gen.

So po­si­tio­nier­te sich der Ver­band zum Punkt Nr. 26 - § 95e (neu) – Be­rufs­haft­pflicht, dem­zu­fol­ge die Auf­nah­me ei­ner Be­rufs­haft­pflicht­ver­si­che­rung als ver­trag­s­ärzt­li­che Pflicht vor­ge­schrie­ben wer­den soll. Ei­ne Über­tra­gung in das Ver­trags­arzt­recht ver­ur­sacht aus Sicht des bvvp je­doch einen un­nö­ti­gen zu­sätz­li­chen Auf­wand, da die be­ste­hen­den Re­ge­lun­gen der Kam­mer- und Heil­be­rufs­ge­set­ze und Be­rufs­ord­nun­gen der zu­stän­di­gen Lan­des­kam­mern hier­durch kei­nes­wegs – wie vom Ge­setz­ge­ber be­ab­sich­tigt – ent­fal­len kön­nen. Viel­mehr wür­den ver­trag­s­ärzt­li­che Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen durch zu füh­ren­de Dop­pel­nach­wei­se un­nö­tig be­las­tet, wäh­rend die Re­ge­lung für nicht ver­trag­s­ärzt­li­che Tä­ti­ge oh­ne Wir­kung blie­be. Der bvvp ver­langt die Strei­chung die­ser For­de­rung.

Zum Punkt Nr. 29 - § 118 - Psych­ia­tri­sche In­sti­tut­sam­bu­lan­zen (PIA) und psy­cho­so­ma­ti­sche In­sti­tut­sam­bu­lan­zen (PsIA): Hier kri­ti­siert der bvvp, dass der Ge­setz­ge­ber be­reits Er­geb­nis­se ei­nes noch lau­fen­den Ver­fah­rens vor­weg­nimmt. Der­zeit wird ei­ne Richt­li­nie im G-BA er­ar­bei­tet, die auf der Grund­la­ge von § 92 Ab­satz 6b SGB V neue und er­wei­ter­te Mög­lich­kei­ten der ko­or­di­nier­ten Be­hand­lung und die Er­leich­te­rung des Über­gangs von der sta­tio­nären in die am­bu­lan­te Ver­sor­gung vor­sieht. Da hier mit­tels der An­fü­gung ei­nes Sat­zes an den §118, Abs. 2 ei­ne Vor­weg­nah­me der Er­geb­nis­se die­ses Pro­zes­ses er­fol­gen wür­de, for­dert der bvvp des­sen Strei­chung im Re­fe­ren­ten­ent­wurf.

Als be­son­ders pro­ble­ma­tisch be­trach­tet der bvvp den Punkt Nr. 34 - § 136a Abs. 6 (neu) - ein­heit­li­che An­for­de­run­gen für In­for­ma­tio­nen. Die vom Ge­setz­ge­ber in die­ser Pas­sa­ge vor­ge­schla­ge­nen Re­ge­lun­gen zur Qua­li­täts­si­che­rung wer­den als nicht ziel­füh­rend be­trach­tet, da ein sek­tor­über­grei­fen­des QS-Sys­tem noch im Ent­ste­hen be­grif­fen sei, Nut­zen­be­le­ge und Be­glei­te­va­lua­ti­on nicht vor­lä­gen. Der Ver­band sieht hier zu­dem of­fe­ne da­ten­schutz­recht­li­che Fra­gen in Be­zug auf den Schutz der Pa­ti­en­te­ni­den­ti­tät. Ei­ne ein­rich­tungs­über­grei­fen­de, ver­glei­chen­de, auf kol­le­gia­le Kon­kur­renz ab­zie­len­de öf­fent­li­che Kon­trol­le lehnt er ge­ne­rell ab. Sie er­hö­he im Be­reich der Psy­cho­the­ra­pie nicht die Qua­li­tät der Be­hand­lung, son­dern ste­he dem Sinn des ge­schütz­ten psy­cho­the­ra­peu­ti­schen Pro­zes­ses, der auf ge­gen­sei­ti­ges Ver­trau­en set­ze und im­mer hoch­in­di­vi­du­ell sei, ent­ge­gen.

Ei­ne Än­de­rung for­dert der bvvp zu­dem bei Nr. 36 - § 137 - 100 pro­zen­ti­ge Do­ku­men­ta­ti­ons­pflicht für am­bu­lan­te Leis­tungs­er­brin­ger. Ei­ne sol­che sei selbst bei ge­wis­sen­haf­tes­tem Vor­ge­hen nicht zu er­rei­chen. Un­bil­lig sei zu­dem die un­mit­tel­ba­re Sank­tio­nie­rung auf Ba­sis ei­ner Nicht­er­fül­lung. Mit der vor­ge­leg­ten Um­for­mu­lie­rung des §137 wür­de es zu ei­ner Dop­pel­sank­tio­nie­rung kom­men kön­nen, denn bei feh­len­der Do­ku­men­ta­ti­on und dar­aus re­sul­tie­rend „un­voll­stän­di­ger Leis­tungs­er­brin­gung“ kön­ne es schon jetzt zu Ho­no­rar­kor­rek­tu­ren kom­men.

In der Po­si­tio­nie­rung zu § 291b - Ver­fah­ren zur Nut­zung der elek­tro­ni­schen Ge­sund­heits­kar­te als Ver­si­che­rungs­nach­weis for­dert der Ver­band vom Ge­setz­ge­ber den Ent­fall von Sank­tio­nen bei Nicht­an­schluss an die Te­le­ma­tik-In­fra­struk­tur und da­mit die Strei­chung des ent­spre­chen­den Pa­ra­gra­fen.

Die aus­führ­li­chen Er­läu­te­run­gen der skiz­zier­ten For­de­run­gen ent­neh­men Sie bit­te der an­ge­füg­ten Stel­lung­nah­me un­ter die­sem Link

Mit mehr als 5500 Mit­glie­dern ist der bvvp die größ­te in­te­gra­ti­ve In­ter­es­sen­ver­tre­tung von ärzt­li­chen, psy­cho­lo­gi­schen und Kin­der- und Ju­gend­li­chen­psy­cho­the­ra­peu­tIn­nen.

Für den bvvp:

Di­pl.-Psych. Be­ne­dikt Wald­herr

Vor­sit­zen­der des bvvp

Ma­thi­as Hei­ni­cke

Mit­glied des bvvp Bun­des­vor­stands

Ber­lin, 19.11.2020

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