VVPN – Verband der Vertragspsychotherapeuten Nordbaden

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bvvp Pressemitteilung: bvvp kritisiert Streichung der Neupatientenregelung im GKV-Finanzstabilisierungsgesetzes und fordert erneut sofortigen Stopp des Konnektortauschs

Ber­lin, den 28.07.2022. Am 27.07.2022 hat das Bun­des­ka­bi­nett den Ent­wurf des GKV-Fi­nanz­sta­bi­li­sie­rungs­ge­set­zes be­schlos­sen. Dar­in ent­hal­ten ist auch die Strei­chung der mit dem TSVG ein­ge­führ­ten so­ge­nann­ten „Neu­pa­ti­en­ten­re­ge­lung“. Der bvvp for­dert die Bei­be­hal­tung der Re­ge­lung, der zu­fol­ge die Leis­tun­gen für die Be­hand­lung von Pa­ti­ent*in­nen, die zum ers­ten Mal oder seit mehr als zwei Jah­ren erst­mals wie­der in der ei­ner Arzt-/Psy­cho­the­ra­pie­pra­xis be­han­delt wer­den, bis­lang ex­tra­bud­ge­tär ver­gü­tet wer­den. „Die­se kurz­fris­ti­ge Ab­schaf­fung von ge­setz­li­chen Re­ge­lun­gen schwächt mas­siv das Ver­trau­en der nie­der­ge­las­se­nen Kol­leg*in­nen in die Ver­läss­lich­keit der Po­li­tik“, kom­men­tiert Be­ne­dikt Wald­herr, Vor­sit­zen­der des Bun­des­ver­bands der Ver­trags­psy­cho­the­ra­peu­ten (bvvp).

Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Karl Lau­ter­bach ver­spricht ein „Spar­ge­setz oh­ne Leis­tungs­kür­zun­gen“ und be­grün­det die Not­wen­dig­keit mit Pan­de­mie-be­ding­ten Mehr­aus­ga­ben und ei­ner kos­ten­in­ten­si­ven Wei­ter­ent­wick­lung von Tech­no­lo­gie. Teil der „kos­ten­in­ten­si­ven Wei­ter­ent­wick­lung“ ist auch die Te­le­ma­tik-In­fra­struk­tur. „Es ist schon er­staun­lich, dass der Mi­nis­ter einen fi­nan­zi­el­len Bei­trag von al­len am Sys­tem Be­tei­lig­ten ein­for­dert, die Te­le­ma­tik dann aber von den Spar­maß­nah­men aus­nimmt, ja so­gar 400 Mil­lio­nen Eu­ro aus dem GKV-Sys­tem für den Kon­nek­tortausch aus­gibt“, er­gänzt bvvp-Di­gi­ta­li­sie­rungs­ex­per­te Ma­thi­as Hei­ni­cke die Kri­tik. Zum Hin­ter­grund: 130.000 Kon­nek­to­ren sol­len in Kli­ni­ken und ärzt­li­chen wie psy­cho­the­ra­peu­ti­schen Pra­xen aus­ge­tauscht wer­den, da sich die Si­cher­heits­zer­ti­fi­ka­te der Ge­rä­te nach An­ga­ben der Ge­ma­tik nicht er­neu­ern las­sen, so­dass die Kon­nek­to­ren nach fünf Jah­ren kom­plett er­setzt wer­den müs­sen.

„Bes­ser wä­re es ge­we­sen, den Kon­nek­to­r­aus­tausch zu stop­pen und statt­des­sen die Neu­pa­ti­en­ten­re­ge­lung zu er­hal­ten“, so Hei­ni­cke. Der Be­grün­dung von Mi­nis­ter Lau­ter­bach für de­ren Strei­chung, dass mit In­kraft­tre­ten der Re­ge­lung für Neu­pa­ti­ent*in­nen im TSVG kei­ne Ver­bes­se­run­gen in der Ver­sor­gung ein­ge­tre­ten sei­en, muss der bvvp mit Blick auf die vor­lie­gen­den Ab­rech­nungs­da­ten wi­der­spre­chen. Ex­em­pla­risch ver­weist der Ver­band auf das Bun­des­land Sach­sen, in dem im IV. Quar­tal 2018 vor Ein­füh­rung der Neu­pa­ti­en­ten­re­ge­lung 6.379 Kin­der und Ju­gend­li­che von ei­ner Fachärz­tin oder ei­nem Fach­arzt für Kin­der- und Ju­gend­psych­ia­trie und -psy­cho­the­ra­pie be­han­delt wur­den. Im IV. Quar­tal 2021 wur­den hin­ge­gen 8.854 Kin­der und Ju­gend­li­che von Fachärzt*in­nen für Kin­der- und Ju­gend­psych­ia­trie be­han­delt, was ei­ner Stei­ge­rung von 38,8 Pro­zent ent­spricht. Be­reits durch die jüngs­ten Be­rei­ni­gun­gen des TSVG ist der ver­gü­te­te Fall­wert für die Be­hand­lung der Kin­der und Ju­gend­li­chen, die kei­ne Neu­pa­ti­ent*in­nen sind, in Sach­sen um ein Drit­tel ge­sun­ken. Der An­teil der er­brach­ten, aber nicht ver­gü­te­ten Leis­tun­gen ist dement­spre­chend ge­stie­gen.

Der bvvp for­dert den Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter da­her auf, von sei­nem Ve­to­recht bei den Re­ge­lun­gen zum Kon­nek­tortausch Ge­brauch zu ma­chen, die Re­ge­lun­gen zu be­män­geln und den Aus­tausch­pro­zess zu stop­pen. „Gleich­zei­tig sind nun die Ab­ge­ord­ne­ten im Deut­schen Bun­des­tag ge­for­dert, im In­ter­es­se ei­ner wei­ter­hin gu­ten Pa­ti­ent*in­nen­ver­sor­gung das Vor­ha­ben ei­ner Be­en­di­gung der „Neu­pa­ti­en­ten­re­ge­lung“ aus dem Ge­setz­ent­wurf zu strei­chen“, so Be­ne­dikt Wald­herr, bvvp-Bun­des­vor­sit­zen­der.

Der Bun­des­ver­band der Ver­trags­psy­cho­the­ra­peu­ten, bvvp, ist der Ver­band, der sich be­rufs­grup­pen- und ver­fah­rens­über­grei­fend für die In­ter­es­sen al­ler Ver­trags­psy­cho­the­ra­peut*in­nen ein­setzt. In ihm ha­ben sich über 5.700 Ärzt­li­che Psy­cho­the­ra­peut*in­nen, Psy­cho­lo­gi­sche Psy­cho­the­ra­peut*in­nen so­wie Kin­der- und Ju­gend­li­chen­psy­cho­the­ra­peut*in­nen al­ler an­er­kann­ten Richt­li­ni­en­ver­fah­ren zu­sam­men­ge­schlos­sen.

Für den bvvp

Di­pl.-Psych. Be­ne­dikt Wald­herr

Vor­sit­zen­der des bvvp

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