VVPN – Verband der Vertragspsychotherapeuten Nordbaden

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bvvp Pressemitteilung: Verband nimmt Stellung zum Kabinettsentwurf des PDSG

„Elek­tro­ni­sche Pa­ti­en­ten­ak­te (ePA) muss al­le not­wen­di­gen Auf­la­gen da­ten­schutz­recht­lich voll­um­fäng­lich er­fül­len“ - bvvp nimmt Stel­lung zum Ka­bi­nett­s­ent­wurf des PDSG

Am 31.03.2020 hat das Bun­des­ka­bi­nett den Ge­setz­ent­wurf zum „Pa­ti­en­ten­da­ten­schutz­ge­setz“ von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn ge­bil­ligt. In sei­ner Stel­lung­nah­me (im An­hang) zeigt der Bun­des­ver­band der Ver­trags­psy­cho­the­ra­peu­ten, bvvp, auf, dass der Ent­wurf im Ver­gleich zum Re­fe­ren­ten­ent­wurf zwar Ver­bes­se­run­gen auf­weist, aber auch ei­ni­ge, auch vom bvvp be­nann­te kri­ti­sche Punk­te un­be­rück­sich­tigt blei­ben.

Voll­kom­men un­ver­ständ­lich bleibt, warum das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Ge­sund­heit (BMG) wei­ter­hin die Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen in den Pra­xen mit 2,5 Pro­zent Ho­no­rar­stra­fe be­le­gen will, wenn die­se sich be­wusst ge­gen einen An­schluss an die Te­le­ma­tik-In­fra­struk­tur ent­schei­den - um­so mehr auf dem Hin­ter­grund, dass die­se Be­stra­fung nur für Nie­der­ge­las­se­ne vor­ge­se­hen ist, nicht aber für Kli­ni­ken und an­de­re Ge­sund­heits­ein­rich­tun­gen.

Zu be­grü­ßen ist die vor­ge­nom­me­ne Schär­fung der da­ten­schutz­recht­li­chen Ver­ant­wor­tun­gen in­ner­halb der Te­le­ma­tik In­fra­struk­tur (TI) - auch wenn un­ver­ständ­lich bleibt, warum die Pra­xen vor Ort ver­ant­wort­lich ge­macht wer­den für die Qua­li­tät und Kor­rekt­heit ei­ner In­stal­la­ti­on, de­ren Aus­füh­rung vom Ge­setz­ge­ber an ei­gens da­für aus­ge­bil­de­tes Per­so­nal de­le­giert wur­de. De­ren Aus­wahl kön­nen Pra­xis­in­ha­be­rIn­nen zu­dem gar nicht be­ein­flus­sen. „Wer die TI-In­stal­la­ti­on aus­führt, muss auch für de­ren Kor­rekt­heit ge­ra­de­ste­hen“, so Be­ne­dikt Wald­herr, Vor­sit­zen­der des bvvp Bun­des­vor­stands, „und das sind nicht die Pra­xis­in­ha­ber.“

Die Tat­sa­che, dass nach dem Wil­len des Ka­bi­netts wei­ter­hin vor­ge­se­hen ist, dass die elek­tro­ni­sche Pa­ti­en­ten­ak­te (ePA) bei ih­rem Start zu­nächst für ein Jahr nach dem „Al­le-se­hen-Al­les“-Prin­zip ar­bei­ten soll, hält der bvvp für un­ver­ant­wort­lich. Ge­sund­heits­da­ten ge­nie­ßen nicht erst seit der DSGVO einen be­son­ders ho­hen recht­li­chen Schutz. Warum die­ser nun aus­ge­rech­net bei der ePA für 12 Mo­na­te aus­ge­he­belt wer­den soll, ist für den bvvp nicht nach­voll­zieh­bar. „Wir for­dern den Mi­nis­ter auf, die Fris­ten ent­spre­chend an­zu­pas­sen und, wie im Ge­setz vor­ge­se­hen, am 1. Ja­nu­ar 2022 mit ei­ner ePA zu star­ten, die al­le not­wen­di­gen Auf­la­gen auch da­ten­schutz­recht­lich voll­um­fäng­lich er­füllt“, stellt Bun­des­vor­stands­mit­glied und bvvp Di­gi­ta­li­sie­rungs­ex­per­te Ma­thi­as Hei­ni­cke klar.

Der Bun­des­ver­band der Ver­trags­psy­cho­the­ra­peu­ten nimmt er­freut zur Kennt­nis, dass vom Ge­setz­ge­ber die bvvp-For­de­rung nach der Ein­räu­mung von mehr Pa­ti­en­ten­rech­ten bei der Frei­ga­be der In­hal­te der Pa­ti­en­ten­ak­te zu For­schungs­zwe­cken be­rück­sich­tigt wur­de. Wir hal­ten es ins­be­son­de­re für sinn­voll und not­wen­dig, dass – wie nun vor­ge­se­hen – Pa­ti­en­tIn­nen selbst über die Frei­ga­be von ein­zel­nen Do­ku­men­ten ent­schei­den kön­nen, und ih­nen da­bei je­der­zeit die Mög­lich­keit zur Rück­nah­me ih­rer Frei­ga­be bei gleich­zei­ti­ger Lö­schung der Da­ten ge­ge­ben wird.

Der bvvp bit­tet drin­gend dar­um, im In­ter­es­se sei­ner psy­cho­the­ra­peu­ti­schen Pa­ti­en­ten und Pa­ti­en­tin­nen die not­wen­di­gen Än­de­run­gen im Ge­setz­ent­wurf vor­zu­neh­men.

Zur voll­stän­di­gen Stel­lung­nah­me ge­lan­gen Sie un­ter die­sem Link

Mit mehr als 5300 Mit­glie­dern ist der bvvp die größ­te in­te­gra­ti­ve In­ter­es­sen­ver­tre­tung von ärzt­li­chen, psy­cho­lo­gi­schen und Kin­der- und Ju­gend­li­chen­psy­cho­the­ra­peu­ten.

Für den bvvp

Di­pl.-Psych. Be­ne­dikt Wald­herr

1. Vor­sit­zen­der

Ma­thi­as Hei­ni­cke

Mit­glied des Bun­des­vor­stands

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