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Gemeinsame Pressemitteilung bvvp DPtV VAKJP: TSVG-Protest vor Petitionsausschuss

TSVG vor dem Pe­ti­ti­ons­aus­schuss des Deut­schen Bun­des­ta­ges:

Kei­ne Dis­kri­mi­nie­rung psy­chisch kran­ker Men­schen – 200.000 Mit­zeich­ner for­dern Än­de­rung des TSVG

Ber­lin, 14. Ja­nu­ar 2019. In der heu­ti­gen öf­fent­li­chen An­hö­rung vor dem Pe­ti­ti­ons­aus­schuss des Deut­schen Bun­des­ta­ges zu den Fol­gen des Ter­min­ser­vice- und Ver­sor­gungs­ge­set­zes (TSVG) wur­den die be­fürch­te­ten Nach­tei­le für be­trof­fe­ne Pa­ti­en­ten noch­mals dar­ge­legt. In § 92, Abs. 6a So­zi­al­ge­setz­buch V (SGB V) [Ent­wurf] ist ei­ne sog. ge­stuf­te und ge­steu­er­te Ver­sor­gung für psy­chisch kran­ke Men­schen vor­ge­se­hen. Das soll hei­ßen, vor der ei­gent­li­chen Be­hand­lung hat ein für die Be­hand­lungs­steue­rung zu­stän­di­ger Ver­trags­arzt oder psy­cho­lo­gi­scher Psy­cho­the­ra­peut ei­ne Be­gut­ach­tung vor­zu­neh­men. Da­mit wür­de erst­mals der Di­rekt­zu­gang zum Be­hand­ler ver­sperrt und ei­ne zu­sätz­li­che Be­las­tung für die be­trof­fe­nen Men­schen auf­ge­baut. Au­ßer­dem wür­den da­mit psy­chisch kran­ke Per­so­nen dis­kri­mi­niert. In kei­nem an­de­ren me­di­zi­ni­schen Be­reich gibt es ei­ne der­ar­ti­ge Vor­ab­be­ur­tei­lung.

Ari­ad­ne Sar­to­ri­us, die die von den drei Psy­cho­the­ra­peu­ten Ver­bän­den Bun­des­ver­band der Ver­trags­psy­cho­the­ra­peu­ten (bvvp), Deut­sche Psy­cho­the­ra­peu­ten­Ver­ei­ni­gung (DPtV), Ver­ei­ni­gung Ana­ly­ti­scher Kin­der- und Ju­gend­li­chen-Psy­cho­the­ra­peu­ten (VAKJP) in­iti­ier­te Pe­ti­ti­on ein­ge­bracht hat­te, for­der­te vor dem Pe­ti­ti­ons­aus­schuss in An­we­sen­heit des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ters Jens Spahn, die Strei­chung des Pas­sus. Sie schlug u.a. vor, ei­ne ver­trag­li­che Ge­stal­tung von Ko­ope­ra­ti­ons­mo­del­len zur bes­se­ren Ver­net­zung in der Be­hand­lung von Pa­ti­en­ten mit kom­ple­xem Be­hand­lungs­be­darf zu schaf­fen. „Der große Er­folg der Pe­ti­ti­on spricht für sich“, be­ton­te Sar­to­ri­us. Zu den 200.000 Mit­zeich­nern ge­hör­ten nicht nur Psy­cho­the­ra­peu­ten, son­dern vie­le be­trof­fe­nen Men­schen und ih­re An­ge­hö­ri­gen und schlicht Bür­ger, die die zu­sätz­li­che Be­las­tung von hil­fe­su­chen­den Pa­ti­en­ten ein­deu­tig ab­leh­nen.“

Die tra­gen­den Ver­bän­de sind sich ei­nig: Ei­ne vor­ge­schal­te­te In­stanz, die über den Zu­gang zur Psy­cho­the­ra­pie ent­schei­det, wür­de ei­ne wei­te­re Hür­de dar­stel­len, den Zu­gang er­schwe­ren und über­dies Ka­pa­zi­tä­ten bin­den, die drin­gend für die Be­hand­lung ge­braucht wer­den.“ Zu­dem ent­fal­ten die Neue­run­gen der im April 2017 in Kraft ge­tre­te­nen, re­for­mier­ten Psy­cho­the­ra­pie-Richt­li­nie ih­re Wir­kung in der Ver­sor­gung, hier sei­en die Er­geb­nis­se der be­reits in­iti­ier­ten Eva­lua­ti­on die­ser neu­en Ver­sor­gungs­ele­men­te un­be­dingt ab­zu­war­ten. Ei­nig sei man sich auch dar­in, sag­te die Pe­ten­tin, dass die Ver­sor­gung für man­che Pa­ti­en­tin­nen und Pa­ti­en­ten ver­bes­sert wer­den müs­se. Sar­to­ri­us kün­dig­te die Be­reit­schaft der Ver­bän­de an, ge­mein­sam je­ne psy­chisch Er­krank­ten in den Blick zu neh­men, die einen kom­ple­xen Be­hand­lungs­be­darf auf­wie­sen: „Das be­deu­tet dass die Ver­sor­gung durch nur einen Be­hand­ler nicht aus­reicht, son­dern ein Netz an Be­hand­lern und In­sti­tu­tio­nen be­nö­tigt wird, mit zum Bei­spiel, psy­cho­the­ra­peu­ti­schen, psych­ia­tri­schen und so­zio­the­ra­peu­ti­schen Be­hand­lungs­bau­stei­nen oder auch mit Maß­nah­men der Ju­gend­hil­fe.“ Als ein po­si­ti­ves Bei­spiel für ein sol­ches Kon­zept der Ko­or­di­na­ti­on und Ver­net­zung, das auch für die Be­rufs­aus­übung der Psych­ia­ter ent­las­tend und at­trak­tiv sein kön­ne, nann­te sie das Mo­dell­pro­jekt NPP-Ver­trag in Nord­rhein.

Gu­te psy­cho­the­ra­peu­ti­sche Ver­sor­gung be­nö­tigt aus­rei­chen­de Ka­pa­zi­tä­ten. Es ist klar, dass in den un­ter­ver­sorg­ten Re­gio­nen Deutsch­lands mehr Psy­cho­the­ra­peu­ten be­nö­tigt wer­den. Ei­ne an­ge­mes­se­ne Be­darfs­pla­nung ist so­mit Grund­la­ge al­ler wei­te­ren Über­le­gun­gen. „Wenn die­se Pa­ti­en­ten­grup­pe ver­mehrt von Psy­cho­the­ra­peu­ten mit­ver­sorgt wer­den sol­le, so dür­fe dies nicht zu Las­ten an­de­rer Pa­ti­en­ten­grup­pen ge­hen, die dann un­ver­sorgt blie­ben“, sag­te Sar­to­ri­us.

Im Na­men der Psy­cho­the­ra­peu­ten­ver­bän­de ap­pel­lier­te sie an den Pe­ti­ti­ons­aus­schuss, sich für die Strei­chung der be­sag­ten Pas­sa­ge in § 92 Abs. 6 ein­zu­set­zen.

Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn si­gna­li­sier­te in sei­nen Aus­füh­run­gen wei­te­re Ge­sprächs­be­reit­schaft. Be­reits am 17. Ja­nu­ar 2019, 13.00 – 15.00 Uhr, soll die Dis­kus­si­on zu ei­ner bes­se­ren psy­cho­the­ra­peu­ti­schen Ver­sor­gung in ei­ner Ge­sprächs­run­de im Deut­schen Bun­des­tag fort­ge­setzt wer­den, zu der der Mi­nis­ter Ver­tre­ter von Be­rufs- und Fach­ver­bän­den, aber auch der Kas­sen­ärzt­li­chen Bun­des­ver­ei­ni­gung (KBV), der Kas­sen­ärzt­li­chen Ver­ei­ni­gun­gen und der Kran­ken­kas­sen ge­la­den hat.

Zu­dem wer­den Ver­tre­ter der Psy­cho­the­ra­peu­ten­ver­bän­de am Mitt­woch, dem 16. Ja­nu­ar, 14.30 – 17.30 Uhr, Ge­le­gen­heit er­hal­ten, auch vor dem Ge­sund­heits­aus­schuss des Deut­schen Bun­des­ta­ges die Ar­gu­men­te für die Strei­chung des pro­ble­ma­ti­schen Pas­sus und ei­ge­ne Vor­stel­lun­gen zur Ver­bes­se­rung der Ver­sor­gung dar­zu­le­gen.

Die voll­stän­di­ge Pres­se­mit­tei­lung fin­den Sie als PDF un­ter fol­gen­dem Link

Ei­ne Lis­te der am TSVG-Pro­test teil­neh­men­den 30 Ver­bän­de fin­den Sie hier

Fra­gen und In­ter­view­wün­sche rich­ten Sie bit­te an:

bvvp Bun­des­ge­schäfts­stel­le

An­ja Manz – Öf­fent­lich­keits­ar­beit

Tel.: 030 - 88 72 59 54 | Mo­bil 0157 80541481

E-Mail: pres­se@bvvp.de

Deut­sche Psy­cho­the­ra­peu­ten­Ver­ei­ni­gung – DPtV

Ur­su­la-An­ne Ochel

Tel.: 033636 – 27 90 78 | Mo­bil 0171 – 322 43 46

E-Mail:DPtV-Pres­se@t-on­li­ne.de

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