VVPN – Verband der Vertragspsychotherapeuten Nordbaden

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Pressemitteilung: Resolution des bvvp zum Psychotherapeutenausbildungsreformgesetz (PsychThGAusbRefG): Grundsätzlich geeigneter Kabinettsentwurf aber noch dringender Regelungsbedarf

Ber­lin, 23.03.2019 Der Bun­des­ver­band der Ver­trags­psy­cho­the­ra­peu­ten (bvvp) hält – ge­mäß sei­ner auf der bvvp Bun­des­de­le­gier­ten­kon­fe­renz am 23. März 2019 ver­ab­schie­de­ten Re­so­lu­ti­on - den Ka­bi­nett­s­ent­wurf zur Re­form der Psy­cho­the­ra­peu­ten­aus­bil­dung grund­sätz­lich für ge­eig­net, die Pro­ble­me der be­ste­hen­den Aus­bil­dung zu Psy­cho­lo­gi­schen Psy­cho­the­ra­peu­ten und Kin­der- und Ju­gend­li­chen­psy­cho­the­ra­peu­tIn­nen zu lö­sen. Zu ei­ner um­fas­sen­den Ein­schät­zung fehlt je­doch nach Ver­bands­auf­fas­sung noch ei­ne aus­ge­ar­bei­te­te Ap­pro­ba­ti­ons­ord­nung, de­ren Ent­wurf drin­gend vor­ge­legt wer­den soll­te.

Die man­geln­de Fi­nan­zie­rung der zu­künf­ti­gen Wei­ter­bil­dung sieht der bvvp als im Wi­der­spruch ste­hend zum er­klär­ten Re­form­ziel, die Si­tua­ti­on der zu­künf­ti­gen Wei­ter­bil­dungs­teil­neh­me­rIn­nen zu ver­bes­sern. Die De­le­gier­ten des bvvp for­der­ten da­her in ih­rer Re­so­lu­ti­on die Si­cher­stel­lung ei­ner so­li­den Fi­nan­zie­rung der Wei­ter­bil­dung, die ei­ne an­ge­mes­se­ne Ver­gü­tung bein­hal­tet wie auch die Kos­ten­de­ckung für die Theo­rie, Selbs­t­er­fah­rung und Su­per­vi­si­on. Mit ei­ner Si­cher­stel­lung der Fi­nan­zie­rung wür­de für die nach die­sem Ge­setz aus­ge­bil­de­te Psy­cho­the­ra­peu­tIn­nen ein hoch­wer­ti­ger Qua­li­fi­ka­ti­ons­weg ent­ste­hen.

Der in­te­gra­ti­ve Be­rufs­ver­band, der ärzt­li­che, psy­cho­lo­gi­sche und Kin­der- und Ju­gend­li­chen­psy­cho­the­ra­peu­tIn­nen glei­cher­ma­ßen ver­tritt, for­der­te zu­dem, dass die pre­kä­re Si­tua­ti­on tau­sen­der Psy­cho­the­ra­peu­tIn­nen in Aus­bil­dung (PiA), die nicht un­ter das neue Ge­setz fal­len, be­en­det wer­den müs­se. Die Über­gangs­re­ge­lun­gen müss­ten einen ar­beits- und so­zi­al­recht­li­chen Sta­tus fest­schrei­ben, der ei­ne an­ge­mes­se­ne Be­zah­lung ent­spre­chend ih­rer aka­de­mi­schen Qua­li­fi­ka­ti­on si­cher­stell­te. Die Über­gangs­zeit soll­te auf min­des­tens 15 Jah­re ver­län­gert wer­den, da­mit Stu­die­ren­de und PiA, die nach dem al­ten PsychThG die Aus­bil­dung be­gon­nen ha­ben, die­se oh­ne Zeit­druck ord­nungs­ge­mäß be­en­den könn­ten.

Drin­gen­den Än­de­rungs­be­darf sieht der bvvp auch bei der De­fi­ni­ti­on „heil­kund­li­cher Psy­cho­the­ra­pie“, die die Heil­kun­de­er­laub­nis für Psy­cho­the­ra­peu­ten un­an­ge­mes­sen be­gren­ze. Psy­cho­the­ra­pie­ver­fah­ren, Me­tho­den und Tech­ni­ken müss­ten von der Pro­fes­si­on selbst wei­ter­ent­wi­ckelt wer­den kön­nen, for­dert der Ver­band in sei­ner Re­so­lu­ti­on. Die Heil­kun­de­er­laub­nis dür­fe nicht aus­schließ­lich auf ak­tu­ell wis­sen­schaft­lich an­er­kann­te Psy­cho­the­ra­pie­ver­fah­ren be­grenzt sein. Er schlägt da­her ei­ne For­mu­lie­rung ana­log der ärzt­li­chen Heil­kun­de­er­laub­nis vor.

In Hin­blick auf das zu­künf­ti­ge Ap­pro­ba­ti­ons­stu­di­um hält der bvvp min­des­tens ein zu­sätz­li­ches Pra­xis­se­mes­ter für un­ab­ding­bar, um die Er­tei­lung der Ap­pro­ba­ti­on nach dem Stu­di­um zu recht­fer­ti­gen. Au­ßer­dem müss­ten al­le wis­sen­schaft­lich an­er­kann­ten Psy­cho­the­ra­pie­ver­fah­ren in der Ap­pro­ba­ti­ons­ord­nung mit Struk­tur­qua­li­tät fest ver­an­kert wer­den. Nur wenn die Grund­la­gen die­ser Ver­fah­ren aus­rei­chend im Stu­di­um ver­mit­telt wür­den, kön­ne die vom Ge­setz­ge­ber ge­for­der­te ver­fah­rens­ori­en­tier­te und al­ters­grup­pen­spe­zi­fi­sche Wei­ter­bil­dung sinn­voll dar­auf auf­bau­en.

Zu­dem sieht der Ge­set­ze­s­ent­wurf vor, dass das Stu­di­um nur an Uni­ver­si­tä­ten oder ih­nen gleich­ge­stell­ten Hoch­schu­len an­ge­bo­ten wer­den darf. Die­se Vor­ga­be er­scheint dem Be­rufs­ver­band, der bun­des­weit mehr als 5200 Psy­cho­the­ra­peu­tIn­nen ver­tritt, als zu re­strik­tiv. Er for­dert, Fach­hoch­schu­len bzw. Hoch­schu­len für an­ge­wand­te Wis­sen­schaf­ten soll­ten die Mög­lich­kei­ten er­hal­ten, einen Ap­pro­ba­ti­ons­stu­dien­gang an­zu­bie­ten, so­fern sie ei­ne hoch­wer­ti­ge aka­de­mi­sche Struk­tur­qua­li­tät er­fül­len. Die­se kön­ne dann ins­be­son­de­re durch um­fas­sen­de Psy­cho­the­ra­pie­for­schung, ei­ne Aus­bil­dungs- und For­schungs­am­bu­lanz zur prak­ti­schen Qua­li­fi­zie­rung so­wie die Mög­lich­keit zur Pro­mo­ti­on nach­ge­wie­sen wer­den - ge­ge­be­nen­falls in Ko­ope­ra­ti­on mit Uni­ver­si­tä­ten.

Den voll­stän­di­gen Text ent­neh­men Sie bit­te der un­ter die­sem Link der bei­ge­füg­ten Re­so­lu­ti­on

Für den bvvp

Di­pl.-Psych. Be­ne­dikt Wald­herr

1. Vor­sit­zen­der

Kas­sel, 23. März 2019

An­fra­gen und In­ter­view­wün­sche bit­te an:

bvvp Bun­des­pres­se­stel­le

Frau An­ja Manz - Öf­fent­lich­keits­ar­beit

Würt­tem­ber­gi­sche Stra­ße 31,

10707 Ber­lin

Tel. +49 30 88 72 59 54

Mo­bil.: +49 177 65 75 445

pres­se@bvvp.de

www.bvvp.de

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