VVPN – Verband der Vertragspsychotherapeuten Nordbaden

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Weitere Sonderregelungen zur Aufrechterhaltung der psychotherapeutischen Versorgung während der Corona-Krise

Lie­be Kol­le­gin­nen, lie­be Kol­le­gen,

aus vie­len Ih­rer Rück­mel­dun­gen wis­sen wir um die be­son­de­ren Her­aus­for­de­run­gen, die ak­tu­ell in den Pra­xen zu be­wäl­ti­gen sind. Sei­en Sie ver­si­chert: Die Ver­tre­te­rIn­nen des bvvp in den KBV-Bun­des­gre­mi­en set­zen sich ve­he­ment da­für ein, Psy­cho­the­ra­pie­richt­li­nie, Psy­cho­the­ra­pie­ver­ein­ba­rung und EBM-Re­ge­lun­gen vor­über­ge­hend so zu er­wei­tern, da­mit wir die Ver­sor­gung un­se­rer Pa­ti­en­tIn­nen wei­ter­hin ge­währ­leis­ten kön­nen. Es ist zu be­fürch­ten, dass die der­zeit er­las­se­nen not­wen­di­gen Ein­schrän­kun­gen des All­tags­le­bens zu de­pres­si­ven und ängst­li­chen Re­ak­tio­nen und zu Kon­flik­ten im so­zia­len Um­feld füh­ren wer­den. Die Psy­cho­the­ra­peu­tIn­nen wer­den un­ter die­sen Be­din­gun­gen eher mehr als we­ni­ger ge­for­dert sein. Wir müs­sen un­se­ren Ver­sor­gungs­auf­trag so gut der­zeit mög­lich wei­ter er­fül­len und da­bei so­wohl un­se­re ei­ge­ne Ge­sund­heit als auch das An­ste­ckungs­ri­si­ko bei un­se­ren Pa­ti­en­ten im Blick ha­ben.

Ganz ak­tu­ell sind zwei wei­te­re wich­ti­ge Än­de­run­gen er­reicht wor­den:

1. Psy­cho­the­ra­peu­ti­schen Sprech­stun­den und Pro­ba­to­ri­schen Sit­zun­gen (auch bei Neu­ro­psy­cho­lo­gi­scher The­ra­pie) kön­nen zu­nächst be­fris­tet bis zum 30.6. 2020 auch per Vi­deo­be­hand­lung durch­ge­führt wer­den!

Da­mit wur­de ei­ne un­se­re zen­tra­len For­de­run­gen um­ge­setzt. Die neue Re­ge­lung er­mög­licht es, wäh­rend der Vi­deo-Sprech­stun­de ei­ne ers­te Ein­schät­zung und Be­ra­tung vor­zu­neh­men. Sie er­mög­licht es aber auch, Psy­cho­the­ra­pi­en ein­zu­lei­ten oh­ne den Pa­ti­en­ten bzw. die Pa­ti­en­tin zu­vor im per­sön­li­chen Kon­takt ge­se­hen zu ha­ben. Die­ses Vor­ge­hen muss sorg­fäl­tig ge­prüft und un­ter fach­li­chen Ge­sichts­punk­ten ver­ant­wor­tet wer­den. Und es soll­te auf auf die Pa­ti­en­tIn­nen be­grenzt wer­den, bei de­nen ei­ne Dia­gno­s­tik im per­sön­li­chen Kon­takt der­zeit nicht mög­lich ist.

Die KBV schreibt:

"Grund­sätz­lich er­for­dert die Psy­cho­the­ra­peu­ti­sche Sprech­stun­de wei­ter­hin die An­we­sen­heit der Pa­ti­en­ten: Ins­be­son­de­re für Ein­gangs­dia­gno­s­tik, In­di­ka­ti­ons­stel­lung und Auf­klä­rung ist der un­mit­tel­ba­re per­sön­li­che Kon­takt im Re­gel­fall not­wen­dig. Ge­ge­be­nen­falls muss die Sprech­stun­de auf ein Min­dest­maß re­du­ziert wer­den, um In­fek­ti­ons­ri­si­ken zu mi­ni­mie­ren. Vor dem Hin­ter­grund der CO­VID-19-Pan­de­mie kann es im Ein­zel­fall sinn­voll sein, Pa­ti­en­ten den Weg in die Pra­xis nicht zu­zu­mu­ten, wenn da­durch an­de­re Ge­fah­ren ver­mie­den wer­den kön­nen. Hier­für wur­de die Psy­cho­the­ra­pie-Ver­ein­ba­rung jetzt ent­spre­chend für einen be­grenz­ten Zeit­raum an­ge­passt. Dies er­laubt es, dia­gno­s­ti­sche Ein­schät­zun­gen und ei­ne Ein­lei­tung von Psy­cho­the­ra­pie auch per Vi­deo vor­zu­neh­men. Ei­ne Psy­cho­the­ra­pie kann so­mit auch oh­ne per­sön­li­chen Kon­takt zwi­schen Pa­ti­ent und The­ra­peut be­gin­nen. Dies soll­te be­son­de­ren Ein­zel­fäl­len vor­be­hal­ten blei­ben. Zu­dem müs­sen die Vor­ga­ben der Lan­des­kam­mer zur Be­rufs­ord­nung in Be­zug auf die Ge­stal­tung der Erst­kon­tak­te be­ach­tet wer­den." (Quel­le: KBV-Pra­xis­nach­rich­ten)


Die Re­ge­lun­gen des Be­rufs­rechts für die PP/KJP, näm­lich dass Dia­gno­s­tik, Auf­klä­rung und In­di­ka­ti­ons­stel­lung im per­sön­li­chen Ge­spräch er­fol­gen müs­sen, wer­den durch die so­zi­al­recht­li­chen Vor­ga­ben vor­über­ge­hend nicht zur An­wen­dung kom­men. Die Lan­des­psy­cho­the­ra­peu­ten­kam­mer wird hier selbst­ver­ständ­lich den Grund­satz der Ein­heit der Rechts­ord­nung be­ach­ten, wo­nach nichts be­rufs­recht­lich ge­ahn­det wer­den kann, was so­zi­al­recht­lich er­laubt ist.

Wir tre­ten wei­ter da­für ein, dass Psy­cho­the­ra­pieleis­tun­gen auch per Te­le­fon er­bracht wer­den kön­nen, denn ge­ra­de für vie­le äl­te­re Pa­ti­en­tIn­nen kommt die Vi­deo­be­hand­lung nicht in Be­tracht. Bis­lang konn­ten die Ver­trags­part­ner dies­be­züg­lich lei­der noch kei­ne Ei­ni­gung er­zie­len.

2. Ge­neh­mig­te Grup­pen­the­ra­pieleis­tun­gen kön­nen be­fris­tet bis zum 30. Ju­li 2020 in Ein­zel­psy­cho­the­ra­pie um­ge­wan­delt wer­den, oh­ne dass hier­für ei­ne ge­son­der­te An­trag­stel­lung er­fol­gen muss!

Die­se Re­ge­lung er­mög­lich die Fort­füh­rung von Psy­cho­the­ra­pi­en, wenn auf­grund der räum­li­chen Ge­ge­ben­hei­ten die Hy­gie­ne­maß­nah­men nicht um­ge­setzt wer­den kön­nen oder wenn trotz Um­set­zung ei­ne Wei­ter­be­hand­lung im Grup­pen­set­ting nicht ver­ant­wor­tet wer­den kann.

Die KBV schreibt:

"Ge­neh­mig­te Leis­tun­gen ei­ner Grup­pen­psy­cho­the­ra­pie kön­nen über­gangs­wei­se in Ein­zel­psy­cho­the­ra­pie um­ge­wan­delt wer­den, oh­ne dass hier­für ei­ne ge­son­der­te An­trag­stel­lung bei der Kran­ken­kas­se oder Be­gut­ach­tung er­fol­gen muss. Auch die­se Re­ge­lung gilt bis 30. Ju­ni. Die Um­wand­lung er­folgt über die „The­ra­pie­ein­heit“ und muss le­dig­lich form­los der Kran­ken­kas­se mit­ge­teilt wer­den (kein For­mu­lar not­wen­dig)." (Quel­le KBV-Pra­xis­nach­rich­ten)

Auf der Ho­me­pa­ge des Bun­des­ver­ban­des fin­den Sie un­ter htt­ps://bvvp.de/co­ro­na-vi­rus/ ste­tig ak­tua­li­sier­te FAQs zu Ih­rer psy­cho­the­ra­peu­ti­schen Ar­beit in Zei­ten der Co­ro­na­kri­se.

Herz­li­che Grü­ße

Ihr bvvp-BW Vor­stand
Pe­ter Baum­gart­ner und Ul­ri­ke Bö­ker

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